
Fotos: EWL
Landau – Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) hat bei einer stichprobenartigen Kontrolle während einer regulären Biomüll-Sammelwoche alarmierende Ergebnisse festgestellt: Bei etwa 300 Biotonnen musste die Leerung verweigert werden, weil der Inhalt zu stark mit Fremdstoffen verunreinigt war.
In den betroffenen Behältern fanden die Kontrolleure vor allem Plastiktüten, verpackte Lebensmittelreste und andere nicht kompostierbare Materialien. Solche Fehlwürfe machen eine ordnungsgemäße Verwertung des Bioabfalls unmöglich: Moderne Biogasanlagen und Kompostwerke lehnen stark verunreinigte Lieferungen ab.
Die Folge: Der gesamte Inhalt muss stattdessen kostenintensiv thermisch (also verbrannt) entsorgt werden. Diese teure Umleitung belastet das gesamte Entsorgungssystem und kann sich mittel- bis langfristig auch auf die Abfallgebühren der Bürger auswirken.
Besonders verschärft sich die Situation ab Mai 2025 durch neue bundesweite Vorgaben der Bioabfallverordnung: Danach dürfen Bioabfälle nur noch extrem geringe Anteile an Fremdstoffen – insbesondere Kunststoffen – enthalten.
Sogar Tüten, die als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ gekennzeichnet sind, gelten in vielen Anlagen als Störstoffe, da sie sich im Verwertungsprozess nicht schnell genug zersetzen und die Qualität von Kompost oder Biogas mindern.
Der EWL appelliert daher eindringlich an alle Haushalte in Landau:
- In die Biotonne gehören ausschließlich reine Küchen- und Gartenabfälle (Obst-/Gemüsereste, Kaffeesatz, Eierschalen, Grasschnitt, Laub usw.).
- Keine Plastiktüten – auch keine „Bio-Tüten“ –, keine verpackten Lebensmittel, keine Hygieneartikel, keine Steine, Metalle oder Glas.
Hintergrund: Der EWL Landau
Als Anstalt des öffentlichen Rechts ist der EWL für die Abfallentsorgung, Abwasserbeseitigung und Straßenreinigung in der Stadt Landau zuständig. Er betreut rund 16.000 Haushalte, verwaltet 275 Kilometer Abwasserkanäle und zwei Kläranlagen.
Jede Woche reinigt der Betrieb etwa 120 Kilometer Straßen sowie 40.000 Quadratmeter öffentliche Plätze und Fußgängerzonen. Wer Fragen zur richtigen Befüllung der Biotonne hat, erhält beim EWL-Abfallberatungsteam Auskunft. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Qualität des Bioabfalls dauerhaft zu verbessern – zum Schutz der Umwelt und zur Vermeidung unnötiger Kosten für alle.
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