Berlin – Griechenland kann auch nach einer möglichen Staatspleite auf weitere Unterstützung durch die Europäer hoffen: Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch der Euro-Rettungsfonds würden Athen nicht sofort fallen lassen, sollte das Land eine der anstehenden Zahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr leisten können, erfuhr das „Handelsblatt“ von EU-Diplomaten.
Es hatte zuletzt Zweifel gegeben, ob Athen alle im Juni fälligen Kredite an den IWF zurückzahlen kann. Die EZB könne nach einem Zahlungsausfall an den IWF weiterhin dulden, dass die griechischen Banken mit so genannten Ela-Notkrediten versorgt würden, hieß es in Notenbank-Kreisen.
Die Zentralbank werde die Risikolage zwar neu bewerten, man sei aber nicht automatisch gezwungen, die sogenannte „Emergency liquidity assistance“ (Ela) zu stoppen. Dass der EZB-Rat sofort den Stecker ziehe und das griechische Finanzsystem ins Chaos stürze, sei nicht zu erwarten, sagten EU-Diplomaten.
Auch der Euro-Rettungsfonds EFSF will Griechenland im Falle eines Zahlungsausfalls nicht sofort fallen lassen. Theoretisch hat der EFSF zwei Möglichkeiten: Entweder fordert er die an Griechenland vergebenen Kredite sofort zurück. Oder er teilt schriftlich mit, dass er sich die Rückforderung für einen späteren Zeitpunkt vorbehält.
In Brüssel wird erwartet, dass sich der Gouverneursrat des EFSF, also die Finanzminister der Euro-Zone, für die zweite Option entscheiden. Der Ela-Rahmen für die griechischen Banken betrug zuletzt rund 80 Milliarden Euro. Nach einem Zahlungsausfall könnte die EZB allerdings die Abschläge erhöhen, die die griechischen Banken auf ihre Sicherheiten hinnehmen müssen.
Nach den derzeitigen relativ großzügigen Regeln reichten die Sicherheiten der griechischen Institute für rund 95 Milliarden Euro Ela-Notkredite. Wenn man die Sicherheitsabschläge auf das übliche Maß verschärfe, würde der Wert auf 88 Milliarden Euro sinken, hieß es. (dts Nachrichtenagentur)

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