
Foto: dts nachrichtenagentur
Brüssel – Angesichts einer Verschärfung der Ebola-Krise in Westafrika plant die Europäische Union unter dem Dach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine EU-weit koordinierte Initiative für die medizinische Evakuierung von Ebola-Infizierten aus Westafrika.
Ziel ist, eine Rettungskette für freiwillige Helfer aus Europa, die sich infiziert haben, aufzubauen, damit die Betroffenen sicher und schnell zur Behandlung nach Hause zurückgeflogen werden können.
„Ohne eine funktionierende Evakuierung werden die EU-Länder nicht genügend medizinische Helfer für einen Einsatz in den Ebola-Gebieten finden. Wir müssen den Freiwilligen aus Europa garantieren können, dass ihnen bei einer Infektion unverzüglich geholfen wird“, sagte ein hoher EU-Diplomat, der mit den Verhandlungen vertraut ist, der „Welt“.
Die EU will dabei laut Bericht auf die Expertise und die Flugzeuge der US-Firma Phoenix zurückgreifen, die eine jahrelange Erfahrung beim Transport schwer erkrankter und hochinfektiöser Patienten hat. Das Unternehmen arbeitet bereits mit dem State Department in Washington zusammen. Die EU-Außenminister werden in gut einer Woche (Montag, 20. Oktober) bei ihrem Treffen in Luxemburg über die Pläne beraten.
Auch die EU-Staats-und Regierungschefs wollen sich beim Gipfel in Brüssel am 23. und 24. Oktober damit befassen. „Es gibt erheblichen Zeitdruck, die Pläne müssen schnell umgesetzt werden“, hieß es in Diplomatenkreisen.
Außerdem erwägt Brüssel eine EU-Militäroperation in den Ebola-Gebieten Westafrikas. Dabei sollen europäische Soldaten in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Regionen Krankenstationen aufbauen und anschließend militärisch sichern.
Entsprechende Überlegungen hat der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) unter Leitung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton den EU-Botschaftern vorgestellt. Die Behörde erwähnt in ihrem Papier zur Bekämpfung von Ebola „die Durchführung einer Militäroperation um die Sicherheit in einer bestimmten Region aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen“.
Hintergrund: Laut WHO hat sich die Ebola-Krise in den drei am schlimmsten betroffenen westafrikanischen Ländern weiter verschärft. In Liberia, Sierra Leone und Guinea seien 8.011 Ebola-Fälle verzeichnet worden, von denen 3.857 tödlich verlaufen seien, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. (dts Nachrichtenagentur)

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