Dienstag, 28. Mai 2024

Dresden – Germersheim – Paris: ARTrio begeistert im Germersheimer Kulturzentrum Hufeisen

18. April 2024 | Kategorie: Kreis Germersheim, Kultur

Das ARTrio im Hufeisen in Germersheim.
Foto: Justus Bummel

Germersheim – An die 70 Musikliebhaber waren am am 12. April 2024 ins Germersheimer Kulturzentrum Hufeisen gekommen, um das junge ARTrio zu hören und zu sehen.

Das Trio, bestehend aus der Russin Alexandra Vishniakovska (Violine), der Lettin Polina Hlebnikova (Violoncello) und dem Deutschen Max Hampl (Klavier) wurde Ende 2023 in Dresden an der Hochschule für Musik Karl Maria von Weber gegründet.

Im Januar 2024 gelang es dem Trio, beim Wettbewerb „Nouvelles Étoiles“ in Paris einen ersten Preis zu gewinnen. Aus dem Weg zum Preisträgerkonzert von Dresden nach Paris erklärte sich das Trio gerne bereit, in Germersheim Zwischenstation zu machen dort und ein Benefizkonzert zugunsten des Förderkreises Musikschule e.V. zu geben.

Für den Pianisten, der gebürtiger Germersheimer ist und an der Germersheimer Musikschule von Andreas Krennerich am Saxophon und von Prof. Karl Heinz Simon am Klavier ausgebildet wurde, eine Rückkehr zu seinen musikalischen Wurzeln.

„Weite Ebenen“, „eisige Winde“ oder doch eher „Musik der Stille“ – so unterschiedlich sind die die inneren Bilder, die die Musik des lettischen Komponisten Peteris Vasks „Plainscapes“ („Das flache Land“) in den Zuhörern des Abends auslöste: Wie der Titel des Konzertabends ankündigte, wurde hier „Musik aus der Kälte“ hörbar. Mit dem „Winter“ und „Frühling“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ blitzten dann auch Frühlingsmomente auf und mit Piazollas „Oblivion“ und „Frühling“ entführte das temperamentvolle Trio in die bebende argentinische Hauptstadt Buenos Aires und ihre Tangotavernen.

Nach der Pause, bei der der Förderkreis Getränke und kleine Snacks verkaufte, bannte das Trio seine Zuhörer mit dem Klaviertrio Nr. 2 e-Moll Op. 67 von Schostakowitsch, einer Komposition, die auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs im Stalinistischen Terror entstanden ist, wie Pianist Max Hampl kurz zuvor erläutert hatte. Der Komponist schuf in seiner Verzweiflung „diese große Musik“: Eine ästhetische Welt gegen die allgegenwärtige Bedrückung – aus Angst, jederzeit als Staatsfeind abgeholt werden zu können, konnte er nachts kaum noch schlafen und war kurz vor einem psychischen Zusammenbruch.

Einige Stimmen nach dem Konzert

Die jüngste Zuhörerin war gerade einmal sechs Jahre alt: „Es hat mir sehr gefallen. Ich lerne auch an der Musikschule Klavier und bin mit meiner Mama hier.“

Per Mail: „[…] am Freitagabend war ich auf dem Konzert dieser außergewöhnlichen Musiker von ARTrio im Hufeisen. Ich habe selten ein so bewegendes und tiefgehendes Musikerlebnis gehabt. Es war sehr beeindruckend.“

Am Sonntag Abend konzertierte das Trio in Paris und ist nun wieder nach Dresden gereist.

Wer Lust bekommen hat, die drei Musiker zu hören, kann sich schon mal den Germersheimer Stadtwalk am 6. Juli 2024 im Kalender notieren.

ARTrio in Paris.
Foto: Max Hampl

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