
Foto: Pfalz-Express
Krankenhausapotheker beklagen Engpässe bei Medikamenten, die für die Behandlung schwer an Covid-19 Erkrankter benötigt werden.
Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, fehlen vor allem Wirkstoffe, die Ärzte bei der Beatmung einsetzen. „Es ist nichts zu bekommen, die Situation ist wirklich dramatisch“, sagt Wolfgang Kämmerer, Direktor der Krankenhausapotheke am Universitätsklinikum Augsburg. „Unsere Bestände gehen zur Neige.“
Besonders drastisch seien die Probleme bei den Narkosemitteln Propofol und Isofluran, beim Schmerzmittel Sufentanil oder dem Beruhigungsmittel Midazolam. Sie alle werden auch bei künstlich beatmeten Patienten eingesetzt.
Zwar werden die Medikamente derzeit anderweitig weniger benötigt, etwa weil verschiebbare Operationen ausfallen. Doch der Mehrbedarf durch die Langzeitbeatmung von Covid-19-Patienten kann nur teilweise ausgeglichen werden, auch weil auf dem Weltmarkt mehr nachgefragt wird.
Der Pharmakonzern Baxter teilt seinen Kunden mit, dass er beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Lieferengpass für Propofol und Isofluran anzeigen musste, „eine Folge des in den letzten Wochen aufgrund der Covid-19-Pandemie drastisch gestiegenen Bedarfs“. Ein Ende der angespannten Liefersituation sei nicht abzusehen, so Baxter. Man bitte „höflichst“, von weiteren Bestellungen im April abzusehen, man melde sich.
Das BfArM sieht bisher „partiell eingeschränkte Verfügbarkeiten“ sowie Lieferverzögerungen, jedoch keinen Lieferabriss. Es müssten allerdings umfängliche Bevorratungsstrategien der Krankenhäuser vermieden werden, sprich: Hamsterkäufe.
Bereits seit Herbst 2019 waren Lieferengpässe bei Propofol immer wieder ein Thema. (dts Nachrichtenagentur)
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