
Foto: dts Nachrichtenagentur
Tübingen – Die Impfstoffproduktion des deutschen Herstellers Curevac gerät durch fehlende Rohstoffe akut in Gefahr.
Das berichtet der „Spiegel“. Die US-Regierung blockiert demnach die Ausfuhr entscheidender Materialien per Dekret. „Durch den Defense Production Act bekommen wir bestimmte Waren nicht aus den USA heraus“, sagte Curevac-Chef Franz-Werner Haas. „Wir bekommen längst nicht immer die Materialien, die wir brauchen.“
Curevac ist von großer Bedeutung für die europäische, insbesondere für die deutsche Impfkampagne. Das Unternehmen hat seine Produktion für 2021 exklusiv auf die EU ausgerichtet und will bis Ende des Jahres 300 Millionen Dosen produzieren. Wie viel davon in den wichtigen Sommermonaten tatsächlich lieferbar sein wird, ist derzeit unklar. „Wir leben teilweise von der Hand in den Mund“, so Haas. „Das macht es schwer, einen großen Vorrat aufzubauen“, so der Curevac-Chef. Das Mittel habe rund 90 Elemente, wenn nur eines fehle, gebe es keinen Impfstoff.
Die zurückgehaltenen Materialien wie Nukleotide oder speziell zertifizierte medizinische Plastikbehälter werden dabei teils von deutschen Firmen in den USA produziert. Das Tübinger Unternehmen hat bereits die Bundesregierung eingeschaltet: „Die Politik versucht zu helfen“, sagte Haas. Allerdings seien politische Wege nicht immer die schnellsten, insbesondere auf internationaler Ebene.
Die Regierung will sich zu den Versorgungsnöten nur vorsichtig äußern. „Es gibt keinen offiziellen Exportstopp der Amerikaner, sondern einen subtilen“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. „In den Lieferverträgen der US-Regierung steht, dass erst die US-Produktion versorgt werden muss, ehe exportiert werden darf.“
Es sei deshalb zu Gesprächen mit der US-Regierung gekommen, sagte ein anderer Regierungsinsider. Das Bundeswirtschaftsministerium stehe dabei mit der US-Botschaft in Berlin im Austausch, die Impftaskforce der EU kommuniziere mit ihrem Pendant im Weißen Haus. Die US-Regierung wollte den Vorgang auf Anfrage des „Spiegel“ nicht offiziell kommentieren. Hinter den Kulissen sagten hochrangige Regierungsvertreter aber, dass das Problem „nichts anderes als ein limitiertes Angebot“ sei. Die Zulieferer könnten die hohe Nachfrage nicht erfüllen.
Der Defense Production Act priorisiere nur US-Regierungsaufträge gegenüber anderen US-Verträgen. Das sei aber kein Export-Verbot, heißt es in Washington. (dts Nachrichtenagentur)

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