Samstag 7.Februar 2026

CDU startet Landtagswahlkampf in Jockgrim – Bellaire: „Zeit für einen Wechsel“

24. Januar 2026 | Kategorie: Kreis Germersheim, Landtagswahl RLP 2026, Politik regional

Florian Bellaire bei seiner Ansprache.
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple

Kreis Germersheim / Jockgrim –  Mit Heimvorteil und deutlichen Worten hat der CDU-Landtagsabgeordnete Florian Bellaire den Auftakt zum Landtagswahlkampf in der Südpfalz gesetzt.

Gewählt wird in Rheinlandpfalz am 22. März 2026. In den Räumen der TSG Jockgrim, seiner früheren sportlichen Wirkungsstätte, sprach Bellaire von „entscheidenden Wochen“, die nun vor der CDU Rheinland-Pfalz lägen. In 57 Tagen sei Wahltag, ein großer Teil der Wählerinnen und Wähler werde sogar noch früher per Briefwahl abstimmen.

Bellaire ist Kandidat für den Wahlkreis 52 (Wörth), der Stadt und Verbandsgemeinden wie Wörth, Hagenbach, Rülzheim und Jockgrim umfasst.„Es ist gut, dass wir jetzt zusammenkommen und den Blick nach vorne richten“, sagte Bellaire vor Parteifreunden und Gästen.

Der Ort war bewusst gewählt. Vor fast 20 Jahren kam Bellaire zur TSG Jockgrim, nun startet er hier den Wahlkampf, der für ihn persönlich wie für seine Partei richtungsweisend sei, wie er sagte.

An seiner Seite: seine beiden Vorgänger im Landtag, der heutige CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart und Landrat Martin Brandl, mit denen ihn eine enge Zusammenarbeit verbindet. „Es macht einfach Spaß, mit euch gemeinsam für unsere Region zu arbeiten“, betonte Bellaire.

Zahlreiche Unterstützer in der Turnhall´ in Jockgrim.
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple

„Zeit für einen Wechsel“

Inhaltlich ließ der CDU-Politiker keinen Zweifel daran, worum es ihm geht: Nach 35 Jahren SPD-geführter Landesregierung sei Rheinland-Pfalz reif für einen Wechsel. „Nicht als Selbstzweck, sondern weil wir eine andere, bessere Politik für die Menschen im Land brauchen“, sagte Bellaire.

Die CDU sei in der Südpfalz auf allen politischen Ebenen vertreten – und das solle auch so bleiben.
Mit Blick nach Mainz kritisierte Bellaire die amtierende Ampelkoalition scharf. Er warf ihr fehlende strategische Orientierung und falsche Prioritäten vor.

Gesetze wie das Landesjagd- oder Bestattungsgesetz seien ohne ausreichende Beteiligung der Betroffenen beschlossen worden. Das Landesklimaschutzgesetz habe für massive Verunsicherung bei Unternehmen gesorgt, ebenso neue Vorhaben wie ein Landesgesetz für Chancengleichheit oder zusätzliche Freistellungsansprüche für Beschäftigte. „Das ist Ausdruck falscher Prioritäten in einer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Lage“, so Bellaire.

Wirtschaft, Bildung, Kommunen

Im Zentrum seiner Kritik stand die wirtschaftliche Entwicklung. Gerade im Kreis Germersheim brauche es stabile Rahmenbedingungen für Industrie, produzierendes Gewerbe und Mittelstand. „Gut bezahlte Arbeitsplätze vor Ort sind die Grundlage für unseren Wohlstand und für einen starken Sozialstaat“, sagte der CDU-Abgeordnete.

Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple

Deutliche Worte fand Bellaire auch für den Zustand der Infrastruktur und der Landesverwaltung. Sanierungsstau bei Straßen und Brücken, schleppende Planungsverfahren und Personalmangel in Behörden, Schulen, Kitas, bei Polizei und Justiz seien Symptome, das es nicht mehr richtig funktioniere. Viele Projekte kämen nicht voran.

Besonders alarmierend sei die Lage im Bildungsbereich. Überlastetes Kita-Personal, unzuverlässige Betreuung, zunehmende Sprachdefizite und wachsende Probleme an Schulen seien längst keine Einzelfälle mehr.

„Das wird auf dem Rücken der Kinder, der Beschäftigten und der Eltern ausgetragen“, kritisierte Bellaire. Die CDU setze deshalb auf frühe Sprachstandserhebungen, verbindliche Förderung und eine verlässliche Grundschulgarantie bis 14 Uhr.

Auch die Kommunen stünden mit dem Rücken zur Wand. Defizitäre Haushalte und die Abhängigkeit von über 400 Förderprogrammen seien Ausdruck eines ineffizienten Systems. „Dass Kommunen Fördermanager einstellen müssen, um an ihr eigenes Geld zu kommen, ist aus der Gesamtbetrachtung schlicht absurd“, sagte Bellaire.

„Neustart für Rheinland-Pfalz“

Bellaire warb für einen politischen Neustart mit klaren Prioritäten: eine starke Wirtschaft, funktionierende staatliche Strukturen, verlässliche Bildung und eine bessere medizinische Versorgung.

Besonders im Gesundheitsbereich forderte er mehr Medizinstudienplätze im Land. Rheinland-Pfalz bilde seit Jahren zu wenige Ärzte aus, mit absehbaren Folgen für die Versorgung.

Im Wahlkampf setzt Bellaire auf Nähe zu den Menschen. Er will die Region auch künftig im Landtag vertreten, allerdings ohne Listenplatz. „Es geht nur mit dem Direktmandat“, machte er deutlich. In den kommenden Wochen will er mit Plakaten, Haustürbesuchen, Veranstaltungen und Präsenz in den sozialen Medien um Unterstützung werben.

Zum Abschluss seiner Rede zeigte sich Bellaire zuversichtlich. „Es kommt jetzt darauf an. Ich bin positiv gestimmt für die nächsten Wochen.“ Der Applaus im Saal zeigte: Die CDU-Basis in der Südpfalz ist bereit.

Landrat Brandl sprach von den wirtschaftlichen Herausforderungen im Landkreis, vor allem im Hinblick auf den Wandel in der Automobilindustrie mit ihren ansässigen Zuliefern und warb für Florian Bellaire.

Landrat Martin Brandl.
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple

Thomas Gebhart warb ebenfalls um Unterstützung für Bellaire. Auch einen kurzen Ausflug in die Bundespolitik gab es: Er ärgere sich über die massive Kritik an Merz als „Außenkanzler“, sagte Gebhart.  Was Merz derzeit für Deutschland und Europa leiste, sei richtungsweisend für den Zusammenhalt und weiteren sicheren, regelbasierten Lebensstil und Wohlstand im Land. (rhe)

Dr. Thomas Gebhart.
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple

 

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