
Foto: pfalz-express.de/Licht
München – Die Bundeswehr hat sich beim Münchener Amoklauf offenbar schon für einen Einsatz bereit gemacht.
Die Alarmbereitschaft ging auf eine Bitte aus dem städtischen Krisenstab zurück, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Wochenendausgabe.
So wurde am Freitagabend vor zwei Wochen an einen in der Sitzung des Krisenstabs anwesenden Vertreter der Bundeswehr die Frage herangetragen, ob die Bundeswehr etwas beitragen könne. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob es sich um eine Terrorlage handelte und ob möglicherweise noch mehrere Täter in der Stadt unterwegs waren.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, es sei ein übliches Verfahren, dass Vertreter der Bundeswehr-Kreisverbindungskommandos den zivilen Behörden in Krisensituationen beratend zur Seite stünden. Dies sei ein bewährter Teil der zivil-militärischen Zusammenarbeit.
Am betreffenden Abend sei der Bundeswehr-Vertreter informell gefragt worden, ob und was die Truppe eventuell beitragen könnte.
Bei der Frage, was die Bundeswehr leisten könnte, ging es demnach etwa darum, ob die Feldjäger, also die Militärpolizei der Truppe, dabei helfen könnten, den Verkehr zu regeln oder Absperrungen vorzunehmen. Außerdem ging es um Sanitätskräfte. Ein Oberstleutnant nahm daraufhin Verbindung zum bayerischen Landeskommando der Bundeswehr auf.
Nacheinander eingebunden wurden dann das für Einsätze im Inland zuständige Kommando Territoriale Aufgaben sowie die übergeordnete Streitkräftebasis. Da es sich beispielsweise bei der Regelung des Verkehrs um eine hoheitliche Aufgabe gehandelt hätte, musste die Entscheidung über die Bereitschaft aber im Ministerium fallen.
Nachdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihm Prokura erteilt hatte, ließ Generalinspekteur Volker Wieker Soldaten des Feldjägerregiments 3 sowie Angehörige einer Sanitätseinheit in Bereitschaft versetzen.
Wie aus einem Schreiben des Verteidigungsministeriums an den Bundestag hervorgeht, stand der Kommandeur des Landeskommandos Bayern am betreffenden Freitagabend von etwa 20:30 Uhr an mit der bayerischen Staatskanzlei und dem bayerischen Innenministerium in Verbindung.
Nach SZ-Informationen begann die Bereitschaft gegen halb zehn am Abend und wurde erst aufgehoben, als sich herausgestellt hatte, dass es sich um einen einzelnen Amokläufer gehandelt hatte.
Ministerin von der Leyen machte die Bereitschaft der Feldjäger am Tag danach öffentlich und löste damit eine neue Diskussion über Einsätze der Bundeswehr im Innern aus.
Eine Mehrheit von 65 Prozent der Deutschen hat sich jedoch in einer Forsa-Umfrage für den zusätzlichen Einsatz der Bundeswehr im Inland bei einem terroristischen Angriff ausgesprochen.
(dts Nachrichtenagentur/red)

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