
Foto: dts Nachrichtenagentur
Brüssel – Die USA wollen ihre militärischen Beiträge für die Nato offenbar massiv reduzieren.
Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Informationen aus dem Nato-Hauptquartier.
Ein Gesandter von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterrichtete dem Bericht zufolge Ende vergangener Woche im Nato-Hauptquartier hochrangige Beamte aus Mitgliedstaaten. Demnach wolle Washington der Nato im Rahmen der Streitkräfteplanung der Allianz, dem sogenannten „Nato Force Model“, künftig erheblich weniger militärische Schlüsselfähigkeiten bereitstellen, etwa US-Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnen oder Tankflugzeuge.
Die USA sollen planen, deutlich weniger strategische Bomber für die Nato abzustellen, von einer Halbierung der bisherigen Zahl war die Rede. Konkret soll die Zahl der US-Kampfjets um ein Drittel sinken, wie der US-Gesandte Alexander Velez-Green in der geheim tagenden Runde angekündigt haben soll. Die US-Marine soll zudem weniger Zerstörer für die Nato bereithalten, U-Boote wollen die USA im Nato-Verbund gar nicht mehr stellen. Auch Drohnen zur Aufklärung sollen die Europäer selbst stellen. Bei bewaffneten Modellen wollen die USA ihr Engagement deutlich zurückfahren.
Laut dem US-Gesandten Velez-Green sind die Alliierten nun aufgefordert, die entstehenden Lücken möglichst schnell zu schließen. Die USA seien bereit, mit allen Nato-Partnern eng zu kooperieren, die nun schnell handeln. Anfang Juni wollen die USA bei einer Truppenstellerkonferenz weitere Details nennen. In den vergangenen Monaten hatte die Regierung von Donald Trump immer wieder gefordert, dass die Europäer die konventionelle Verteidigung des Kontinents selbst übernehmen.
Die Nato wollte sich zu den US-Ankündigungen nicht im Detail äußern. Eine Sprecherin sagte dem „Spiegel“ lediglich, in der Vergangenheit habe es bei der Nato-Streitkräfteplanung eine „Über-Abhängigkeit“ von den USA gegeben. Nun aber investierten Europa und Kanada mehr in die Verteidigung, deswegen könne man die militärische Verantwortung innerhalb der Allianz neu sortieren. Die Veränderungen stärkten die Nato, indem sie die zu starke Abhängigkeit von einem Alliierten reduziere, so die Sprecherin. (dts Nachrichtenagentur)
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