Samstag, 24. Februar 2024

130 Soldaten und zivile Mitarbeiter zu Gast bei Malu Dreyer

6. Dezember 2013 | Kategorie: Politik Rheinland-Pfalz, Rheinland-Pfalz

 

Premiere für die Gastgeberin.
Foto: Pascal Rojahn/LKdo RP

Zum ersten Mal in ihrer Amtszeit hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum traditionellen Empfang für die Bundeswehr in die Mainzer Staatskanzlei geladen. Etwa 130 Soldaten und zivile Mitarbeiter aus allen Standorten im Bundesland nutzten die Gelegenheit zum Gespräch und Informationsaustauch mit der Ministerpräsidentin.

Mit schwungvollen Klängen der Combo des Heeresmusikkorps aus Koblenz begann der jährlich stattfindende Empfang, der in seiner Tradition an die Ernennung der ersten freiwilligen Soldaten der Bundeswehr am 12. November 1955 erinnert.

Eine Tradition, die die Ministerpräsidentin auch zukünftig fortsetzen möchte, verdeutliche die Einladung doch die hohe Wertschätzung der Landesregierung gegenüber der Bundeswehr. Malu Dreyer betonte, dass auch nach der Neuausrichtung der Streitkräfte Rheinland-Pfalz ein bedeutender Bundeswehrstandort bleiben werde.

Mit Blick auf den Koalitionsvertrag sprach sie von moderatem Nachsteuerungsbedarf im Rahmen der Umstrukturierung, wies aber darauf hin, dass die Koalitionspartner in der weiteren Reduzierung des Personalumfangs keine Perspektive sähen. Bei ihrem ersten Jahresempfang nutzte die Ministerpräsidentin noch einmal die Gelegenheit, den 650 rheinland-pfälzischen Soldaten zu danken, die während des Hochwassers im Einsatz waren.

„Das Elbhochwasser zeigt, wie unverzichtbar die zivil-militärische Zusammenarbeit sein kann.“ Unter der Führung von Oberst Erwin Mattes sei man im Land auf diese Aufgabe bestens vorbereitet.

 Neuausrichtung und Einsatzrealität

Oberst Erwin Mattes.

Der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz dankte der Ministerpräsidentin im Namen aller Gäste für die Einladung. Damit werde die Verbundenheit des Landes zu den Angehörigen der Bundeswehr zum Ausdruck gebracht. „Wir schätzen es sehr, dass Politiker mit uns das Gespräch suchen, schließlich erhält die Bundeswehr ihre Aufträge von der Politik und befindet sich im Auftrag des Bundestages weltweit im Einsatz.“

In seinen weiteren Ausführungen wies Oberst Mattes auf die Herausforderung hin, Umstrukturierung und Einsatzrealitäten im In- und Ausland miteinander zu vereinbaren. Bis Ende 2016 würden Verbände und Dienststellen umstrukturiert oder aufgelöst sein – so im Fall Speyer und Diez. Vollständig abgeschlossen werde die Neuausrichtung aber erst 2017 sein.

Parallel dazu seien mehr als 5000 Soldaten auf drei Kontinenten im Einsatz. Naturkatastrophen wie das Elbhochwasser forderten die subsidiäre Unterstützung der Bundeswehr im Land. Zur Bewältigung dieser Aufgabe sei ein steter Dialog zwischen Politikern und Soldaten notwendig, so wie es hier in Rheinland-Pfalz geschehe.

Eindrücke aus erster Hand

 

Was haben Soldaten bei ihren Einsätzen erlebt? Oberstleutnant Hans-Jörg Oster, Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 281 in Gerolstein, beschrieb seine Erfahrungen während des Hochwassereinsatzes an der Elbe.

„Wir haben geholfen – strukturiert, organisiert und leistungsfähig. Wir haben Entscheidungen getroffen und gefordert. Genau deshalb mag uns die Bevölkerung.“ Oberfeldarzt Dr. Carolin Weitzel vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz war als Chirurgin im Feldlazarett in Afghanistan: „Gerade bei der Behandlung Einheimischer muss man sich damit abfinden, nicht jedem helfen zu können, obwohl man selbst aus einem Land mit nahezu unbegrenzten medizinischen Möglichkeiten kommt.“

Wie wichtig es sei, sich gerade im Einsatz an die Umstände vor Ort anzupassen, seinem eigenen Gewissen aber verpflichtet zu bleiben, betonte Generalmajor Jürgen Weigt, Kommandeur des Zentrums Innere Führung in Koblenz. Vervollständigt wurde die Vortragsrunde von Leutnant Christoph Jungen von der Feldjägerkompanie in Mainz – er war fünf Monate auf See am Horn von Afrika – und Oberstarzt Dr. Axel Höpner vom Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz als Leiter der Verwundetenleitstelle.

Zuhörer und Ministerpräsidentin zeigten sich beeindruckt: „Diese intensiven Einblicke geben uns die Chance, unser Bild, das wir mit der Bundeswehr verbinden, zu reflektieren“, so Malu Dreyer. (Irene Rech-Thimm/LKdo RP)

 

 

 

 

 

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