
Berliner U-Bahn am 27. April.
Foto: dts nachrichtenagentur
Frankfurt/Main – Der Virologe Martin Stürmer hat vor überzogenen Erwartungen an die deutsche Corona-App gewarnt. „Die App wird keine neuen Infektionen vermeiden.
Sie soll helfen, im Falle von Infektionen die Kontakte schneller nachzuverfolgen“, sagte Stürmer in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“.
Jetzt müsse die App „im Alltag beweisen, dass sie das kann“. Stürmer sagte weiter: „Es steht und fällt damit, wie gut das Ganze funktioniert.“ Die Erfahrungen mit solchen Apps in anderen Ländern seien „ja nicht so positiv gewesen“. Nun müsse man abwarten, ob die ab Dienstag verfügbare deutsche App tatsächlich besser sei als alle anderen.
Als „Nachteil“ kritisierte der Virologe, dass die App in ihrer jetzigen Version nicht kompatibel sei mit den Corona-Apps in den Urlaubsländern: „Man arbeitet daran, sie mit den Schnittstellen in anderen Ländern kompatibel zu machen.“ Von Urlaub im Ausland rät der Virologe ungeachtet der Grenzöffnungen derzeit ab: „Ich selber würde im Augenblick noch auf einen Auslandsurlaub verzichten.“
Denn im Urlaub verhalte man sich anders als zu Hause. Daher bestehe „ein gewisses Risiko, Infektionen mit nach Hause zu nehmen“. Man solle im Urlaub wie zu Hause Abstand halten, Kontakte minimieren und gegebenenfalls auch Masken tragen.
Dies sei aber „nicht nötig, wenn der Strand leer ist“. Für übereilt hält Stürmer die geplante Rückkehr zum Regelunterricht für alle Schüler sowie die Öffnung der Kitas: „Da hätte ich mir gewünscht, dass man bis nach den Sommerferien wartet.“ Seine Begründung: Viele Länder starteten gerade Studien, deren Ergebnisse man hätte abwarten sollen. Eine zweite Corona-Welle kann nach Überzeugung Stürmers aber vermieden werden, wenn die Menschen die Sicherheitsregeln weiter einhalten. (dts Nachrichtenagentur)

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