
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Den Wahlkampf empfinden mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Bürger als inhaltsleer.
Zugleich kennen 39 Prozent keinen einzigen ihrer Direktkandidaten im Wahlkampf, geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ hervor. Die TV-Trielle bewertet eine Mehrheit demnach positiv.
Dass es in diesem Bundestagswahlkampf statt eines Kanzler-Duells nun mehrere Trielle gibt, sehen 60 Prozent als positiv an, 31 Prozent halten es für übertrieben. „Die Mehrheit der Wahlberechtigten findet die Trielle zwar gut, doch nur eine Minderheit von 15 Prozent aller Wahlberechtigten gibt an, dass die Trielle einen großen Einfluss auf die eigene Wahlentscheidung hätten“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.
83 Prozent der Befragten hoben hervor, die Trielle im Fernsehen hätten nur einen geringen oder keinen Einfluss auf ihre Entscheidung. Jüngere lassen sich durch die moderierten Debatten im TV noch eher beeinflussen als Ältere.
Eine große Mehrheit von 82 Prozent hat sich ohnehin schon ein Urteil über die einzelnen Parteien gebildet. Mit 91 Prozent gilt dies für die sehr jungen Wahlberechtigten ebenso wie für die Älteren mit 88 Prozent im besonderen Maße.
Nur eine Minderheit von 16 Prozent sagte in der Umfrage, noch den weiteren Verlauf des Wahlkampfs abwarten zu wollen, um sich eine Meinung zu bilden. Dass die politische Lage in der ausklingenden Merkel-Ära ziemlich unübersichtlich ist, das empfinden scheinbar viele Bürger. So rechnen 77 Prozent der Wahlberechtigten mit einer langen Dauer der Regierungsbildung nach der Wahl am 26. September.
Bei den Anhängern der Linkspartei (91 Prozent) und den Anhängern der Union (85 Prozent) ist der Anteil am höchsten. Auf die Frage, welche Partei den besten Wahlkampf macht, zeigt sich ein Bild von Ratlosigkeit. 43 Prozent gaben an, dass dies bei keiner Partei der Fall sei. Den besten Wert erzielt die SPD mit 28 Prozent, gefolgt von Grünen (11), FDP (6) und danach erst die Union mit mageren fünf Prozent.
Forsa befragte für die Erhebung am 6. und 7. September im Auftrag des RND 1.018 Wahlberechtigte. (dts Nachrichtenagentur)
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