
Foto: dts Nachrichtenagentur
Brüssel – Die EU-Kommission hat entgegen zahlreicher Kritik im Vorfeld Atomkraft und Gas als grüne Energieträger eingestuft. Das teilte EU-Kommissarin Mairead McGuinness am Mittwoch mit.
Damit gelten diese nun unter bestimmten Auflagen als umweltfreundlich. Die sogenannte Taxonomie ist eine Art Katalog für klimafreundliche Finanzinvestitionen, die den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen sollen.
Länder wie Frankreich, Belgien und Polen und zahlreiche andere befürworten den Bau neuer Atomkraftwerke und argumentieren, dass keine CO2-Emissionen anfallen, die Kraftwerke verlässlich Strom produzieren und wenig Platz brauchen. Man hofft zudem, dass die Forschung eine neue Generation von Atomkraftwerken entwickelt werden könnte, die kleiner und effizienter sind und bei denen möglicherweise weniger bis gar kein Atommüll mehr anfällt.
Zuvor hatten unter anderem die Europa-Grünen heftige Kritik an dem Schritt geübt: Es handle sich um einen „massiven Etikettenschwindel“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ dazu. „Ich muss ja nicht einmal ein Grüner sein, um zu verstehen, dass Pommes kein Salat ist“, so Bloss.
Europas Siegel für nachhaltige Finanzinvestitionen sollte einen Boom bei den erneuerbaren Energien auslösen, sagte der Abgeordnete. Stattdessen würden damit alte Atommeiler repariert oder neue gebaut. „Das bringt die Energiewende ins Schlingern und ist das Gegenteil von dem, was wir brauchen“, kritisierte der Grünen-Politiker. Einen „kaputten Kompass, der keine Richtung anzeigt“, brauche niemand. (dts Nachrichtenagentur/red)
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