Impfstoff: Sechste Dosis kommt zunächst nur Hersteller zugute

22. Januar 2021 | Kategorie: Nachrichten, Politik, Wirtschaft

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
Foto: über dts Nachrichtenagentur

Ob die effektivere Nutzung der Impfstoff-Ampullen von Biontech und Pfizer dazu führt, dass die EU und Deutschland mehr Impfdosen erhalten, ist fraglich.

Zwar hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA Anfang Januar entschieden, dass die EU-Staaten aus einer Ampulle sechs statt zunächst fünf Impfdosen gewinnen dürften, doch Biontech und Pfizer haben sich in ihrem Vertrag mit der EU nicht zur Lieferung einer bestimmten Impfstoffmenge verpflichtet, sondern nur dazu, eine bestimmte Zahl von Impfdosen bereitzustellen.

Das bestätigten das Gesundheitsministerium und die EU-Kommission dem „Spiegel“. Die bessere Ausnutzung der Ampullen könnte den aktuellen Impf-Engpass also nur beseitigen, wenn die Hersteller das 20-Prozent-Plus auch an die EU weitergäben. Was künftige Lieferungen angeht, sagte eine Biontech-Sprecherin lediglich, dass die ursprünglich zugesagte Zahl an Impfdosen im ersten Quartal geliefert werde. So könnte die Steigerung auf sechs Dosen pro Ampulle letztlich die Hersteller finanziell profitieren lassen, da sie ihre Lieferpflichten einfacher erfüllt hätten und den restlichen Impfstoff anderweitig weiterverkaufen könnten.

Spahn: Spiegel-Bericht ist falsch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hofft indessen weiter, dass Deutschland von der sechsten Dosis je Biontech/Pfizer-Ampulle profitiert und dadurch schneller Corona-Impfstoff zur Verfügung hat. Das Gesundheitsministerium wies einen „Spiegel“-Bericht zurück, wonach der Impfplan von Spahn zu scheitern drohe.

„Daran ist so ziemlich alles falsch“, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag. Was Spahn am Montag an die Länder geschickt habe sei überhaupt kein Impfplan, sondern ein Lieferplan, der von Biontech selbst erstellt worden sei. Biontech habe die EMA-Zulassung für die sechste Dosis pro Ampulle dabei selbst in die Lieferpläne eingerechnet.

Nicht dementiert wurde, dass Biontech und Pfizer sich in ihrem Vertrag mit der EU nicht zur Lieferung einer bestimmten Impfstoffmenge verpflichtet haben, sondern nur dazu, eine bestimmte Zahl von Impfdosen bereitzustellen.

(dts Nachrichtenagentur/red)

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