Berlin – Die Bundeswehr bekommt zumindest provisorischen Ersatz für das umstrittene Sturmgewehr G36.
Nach einer Entscheidung von Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder sollen 600 Sturmgewehre auf der Basis des in der Bundeswehr bereits genutzten Gewehrs G27P sowie als Ergänzung 600 leichte Maschinengewehre MG4 beschafft werden.
Das Verteidigungsministerium bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen der „Süddeutschen Zeitung“. Damit kommt abermals der Hersteller Heckler & Koch zum Zug, mit dem das Ministerium im Zuge der Debatte über das G36 teils heftig aneinandergeraten war.
Bei der Beschaffung handelt es sich um eine Interimslösung für eine kleine Gruppe von Soldaten im Einsatz: Nachdem im Frühjahr erhebliche Präzisionsprobleme des Gewehrs nachgewiesen worden waren, hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angekündigt, für die Einsätze möglichst schnell eine solche Lösung zu finden.
Die Entscheidung darüber, wie es grundsätzl ich weitergeht, ob also das G36 in der Bundeswehr ersetzt oder auch modifiziert wird, soll bis Ende des Jahres fallen. Von der Leyen hatte im April gesagt, das G36 habe so, wie es konstruiert sei, in der Bundeswehr „keine Zukunft“.
Eine ausführliche Untersuchung hatte zuvor angeblich gravierende Präzisionsprobleme der Waffe in heißgeschossenem Zustand sowie bei hohen Außentemperaturen nachgewiesen. Als kurzfristiger Ersatz kamen nur Waffen infrage, die in der Bundeswehr bereits eingeführt sind.
Das G27P, beruhend auf dem marktverfügbaren HK417, wird bereits von den Spezialkräften der Bundeswehr genutzt. Zwar stehen offenbar noch letzte Tests der Präzision unter Extrembedingungen aus, doch nach SZ-Informationen sollen nun bis Ende November zunächst 60 der Gewehre nebst Ergänzungsausstattung beschafft werden.
Bis Mitte 2016 sollen es dann 600 sein. Zunächst sollen die Soldaten daran ausgebildet werden. Im Verteidigungsministerium wird erwartet, dass die neuen Gewehre dann in d er zweiten Jahreshälfte 2016 in den Einsätzen genutzt werden! können.
Die 600 als Ergänzung gedachten MG4 sollen bis Ende 2016 beschafft werden. Auch das leichte Maschinengewehr wird bereits in der Bundeswehr genutzt. Die Beschaffung aller Gewehre soll insgesamt etwa 18 Millionen Euro kosten.
Im Frühsommer hatte das Ministerium bereits Anweisungen für die Soldaten herausgegeben, wie die Präzisionsprobleme des G36 reduziert werden könnten. Unter anderem gab es den Tipp, das Gewehr hell anzustreichen. (dts Nachrichtenagentur)
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