
Demo für Regime-Wechsel im Iran (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Berlin – In der Bundesregierung und unter Außenpolitikern von Union und SPD wird eine mögliche künftige Rolle des Schah-Sohnes Reza Pahlavi nach einem Ende der Mullah-Herrschaft in Iran zurückhaltend bewertet.
„Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Herr Pahlavi seine Bereitschaft erklärt hat, eine etwaige Übergangsregierung zu leiten. Es ist Sache der iranischen Bevölkerung, über ihre Regierung zu entscheiden“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt, wie der „Spiegel“ schreibt.
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, sagte demselben Magazin: „Ich traf Herrn Pahlavi, aber die neue Regierung in Teheran wird nicht und sollte nicht durch Treffen im Ausland geschaffen werden.“
Er stimme dem US-Präsidenten Donald Trump „sehr zu, dass das iranische Volk entscheiden muss, wie es seine Zukunft gestaltet“. Eine Vision für „einen demokratischen, modernen Iran mit inklusiver Mitbestimmung von Frauen und Minderheiten wird sicherlich Unterstützung finden“, so Hardt.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, sagte dem „Spiegel“, man nehme wahr, dass sich aktuell vor allem viele Exil-Iraner, auch in Deutschland, aus Überzeugung oder aus pragmatischen Gründen hinter Reza Pahlavi stellen.
„Diese Dynamik ist Teil der aktuellen Oppositionslandschaft.“ Zugleich sei die iranische Opposition insgesamt plural und vielfältig aufgestellt. „Unterschiedliche Akteure und gesellschaftliche Gruppen vertreten verschiedene Vorstellungen darüber, wie ein zukünftiger politischer Transformationsprozess im Iran gestaltet werden könnte“, so der SPD-Politiker. Wichtig bleibe, dass die Entscheidung über die Zukunft des Landes beim iranischen Volk liege.
Der frühere FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai, der von seinen Eltern als Kind aus Iran nach Deutschland zu einem Verwandten geschickt wurde, sagte hingegen zum „Spiegel“: „Die Bundesregierung sollte Herrn Pahlavi als das Gesicht der iranischen Freiheitsbewegung anerkennen. Nur er wird in der Lage sein, den Übergang zur Demokratie in Iran zu organisieren.“
Der älteste Sohn des früheren Schahs lebt seit dem Sturz seines autoritär regierenden Vaters 1979 im Ausland, vornehmlich im US-Exil. Der heute 65-Jährige wurde einst von seinem Vater zum Kronprinzen ernannt.
Während der jüngsten Massenproteste in Iran und dem Beginn des Angriffs der USA und Israel auf Iran beansprucht Reza Pahlavi eine Führungsrolle in der zerstrittenen iranischen Opposition. Jüngst war er Anfang Februar Gast auf der Münchner Sicherheitskonferenz und hielt auch auf einer Großkundgebung der iranischen Opposition vor mehr als 200.000 Menschen eine Rede. (dts Nachrichtenagentur)

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