Berlin – Das Auto ist in Deutschland nach wie vor das Verkehrsmittel Nummer eins, auch wenn die Bedeutung des Fahrrads und des öffentlichen Verkehrs leicht zunimmt.
Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.
Demnach sind die Deutschen jeden Tag gut 3,2 Milliarden Kilometer unterwegs. Heruntergerechnet auf die einzelne Person sind dies täglich 39 Kilometer, wobei allein der Weg zur Arbeit durchschnittlich 16 Kilometer lang ist und eine knappe halbe Stunde dauert.
Laut der vom Institut Infas durchgeführten Untersuchung, für die 2017 mehr als 300.000 Personen befragt wurden, entfällt knapp 60 Prozent des Verkehrsaufkommens noch immer auf das Auto. In ländlichen Regionen ist dieser Wert sogar noch größer.
Zweithäufigstes Fortbewegungsmittel sind weiterhin die eigenen Füße: Rund ein Fünftel aller Wege legen die Deutschen so zurück.
Der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken liegt bei elf Prozent. Dieser Wert ist gegenüber dem Jahr 2002, als die Studie das erste Mal durchgeführt wurde, um zwei Prozentpunkte gestiegen.
Für nur zehn Prozent der Wege benutzen die Bürger öffentliche Busse und Bahnen; 2002 waren es nur acht Prozent. Mehr als 90 Prozent der Befragten gaben an, dass sie für Strecken von mehr als 100 Kilometer selten oder so gut wie nie die Bahn benutzen.
Auch den Fernbus nutzt nur eine sehr kleine Minderheit von einem Prozent regelmäßig. Bahnen und Busse sind zugleich die Verkehrsmittel, die von den Befragten am wenigsten gern genutzt werden.
Die Autoren der Studie ziehen aus all dem den Schluss, dass eine Verkehrswende zwar „in Ansätzen erkennbar“ sei, aber nicht die „oft erwartete Gesamtdynamik“ erreiche. Dass mehr Menschen auf Bus, Bahn und das Rad umstiegen, liege weniger an bewussten politischen Weichenstellungen, sondern sei Ergebnis davon, dass mehr Menschen in Städten leben und es mehr Berufstätige gibt.
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erwartet gleichwohl starke Veränderungen: „Wir werden bis 2030 eine Revolution der Mobilität erleben.“ Zwischen Fahrrad und Auto werde es „immer mehr Zwischenformen wie den Streetscooter geben“, so Scheuer. Die Mobilität werde bald stärker mit digitaler Unterstützung gestaltet. (dts Nachrichtenagentur)

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