
Sujetbild pfalz-express.de
Berlin – Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungsbranche (GDV) hat sich dagegen ausgesprochen, eine obligatorische Versicherung gegen Extremwetterereignisse einzuführen.
„Eine Pflichtversicherung als singuläres Instrument gegen Elementarschäden lehnen wir ab“, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, dem „Spiegel“. Er argumentiert, eine solche Pflicht nehme Hausbesitzern und Unternehmen den Anreiz, gegen Flut- und andere Extremwetterrisiken vorzusorgen.
Das könne dazu führen, dass entweder für die Versicherungsnehmer die Prämien unbezahlbar hoch oder am Ende die Risiken für die Versicherer untragbar groß würden. „Eine Pflichtversicherung kann am Ende nicht die Kosten der fehlenden Klimafolgenanpassung schultern.“
Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatte viele Hausbesitzer getroffen, die keinen Versicherungsschutz gegen derartige Elementarschäden haben. Insgesamt sind in Deutschland nur etwa 46 Prozent der Hausbesitzer gegen Flutfolgen abgesichert.
Die Regierungen der aktuell betroffenen Länder sowie die Bundesregierung haben Soforthilfen in Aussicht gestellt. Ökonomen und Verbraucherschützer fordern jedoch, als eine Konsequenz aus der Flutkatastrophe müsse eine Pflichtversicherungspflicht eingeführt werden. „Wir halten eine Versicherungspflicht grundsätzlich für sinnvoll“, sagt Sascha Straub, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Bayern, das ist auch bundesweit die Position der Verbraucherschützer.
Hilfe für die Betroffenen dürfe nicht davon abhängen, ob gerade Wahlkampf sei, und damit einer gewissen Willkür unterliegen. Ein Versicherungszwang sei allenfalls dann sinnvoll, argumentiert dagegen Asmussen, wenn er in ein neues Gesamtkonzept für Flächen- und Bauplanung sowie den Katastrophenschutz eingebunden wäre.
Außerdem müsse eine solche obligatorische Versicherung mit Präventionspflichten für Versicherte und risikoadäquaten Preisen oder mit einer staatlichen Rückversicherung verknüpft werden.
Jan-Oliver Thofern, Geschäftsführer Aon Deutschland schlägt vor, dass der Staat den Abschluss einer Elementarschadenversicherung fördert, indem private Versicherungsnehmer die Prämien von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen dürfen.
„Das wäre ein effizienter, relativ aufwandarmer Weg, den Menschen einen Anreiz zum Abschluss einer Elementarschadenversicherung zu geben“, sagte Thofern dem „Spiegel“. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Das Hochwasser in Deutschland wird die Versicherungswirtschaft bis zu vier Milliarden Euro kosten. Darauf weist der Rückversicherungsmakler Aon Benfield ...
Mainz, Hauenstein (Südwestpfalz), Pirmasens. Der Landtag von Rheinland-Pfalz wird kommende Woche in erster Lesung einen Gesetzentwurf beraten, der verpflichtend vorsieht, auf Gewerbeneubauten ...
Bad Dürkheim/Haßloch. „Ein Bedauern der Situation vor Ort ist bei Weitem nicht ausreichend“ – mit diesen Worten haben sich Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld ...
Berlin – Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes vorgelegt, das Bauherren zu einer Vielzahl von Umweltschutzauflagen verpflichtet – nur nicht dazu, ...
Berlin- Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist gegen eine Pflicht für Kartenlesegeräte in der neuen Ladesäulenverordnung. Mein sei besorgt, dass ...
Osnabrück – Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) fordert im Vorfeld des Branchentreffens „Club Convention“ in Osnabrück eine klare Öffnungsperspektive für ...
Querfurt – Der Komiker Fips Asmussen ist tot. Das berichte zuerst die „Bild“ am Dienstag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Familienangehörige. ...
Berlin- Die Prämien, die Deutschlands Autokonzerne für den Umtausch älterer Dieselfahrzeuge anbieten, zeigen kaum Wirkung. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen ...
Berlin – Nach der unerlaubten Menschenansammlung vor einer Moschee in Berlin-Neukölln am Freitag und zweieinhalb Wochen vor Ramadan-Beginn nimmt die Integrationsbeauftragte der ...
Südpfalz – In Landau hat es in jüngster Zeit wieder Fälle von Masernerkrankungen gegeben. Der Pfalz-Express berichtete unter anderem hier. Der südpfälzische ...
Berlin- Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) macht Druck auf die Finanzminister der Länder, die zum 1. Januar 2020 eingeführte Ausgabepflicht von Kassenbons in ...












