
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Bei der geplanten Lieferung von 2.700 DDR-Flugabwehrraketen vom Typ „Strela“ an die ukrainische Armee muss die Bundesregierung zurückrudern.
Laut „Spiegel“ ist ein großer Teil der „Strela“-Raketen in den Beständen der Bundeswehr nicht nur völlig veraltet, sondern auch nicht mehr einsetzbar. Dem Bericht zufolge kommen nur maximal 2.000 der Raketen in den Lagern der Truppe potenziell für eine Abgabe an die Ukraine infrage.
Das Wirtschaftsressort von Minister Robert Habeck hatte am Donnerstag lanciert, Deutschland werde 2.700 „Strela“-Raketen an die Ukraine abgeben. Ein Sprecher des Verteidigungsressorts indes sagte, es gebe keine Genehmigung durch den Bundessicherheitsrat. Zudem werde die Bundeswehr sicherstellen, dass die Waffensysteme aus DDR-Zeiten bei einer Lieferung an die Ukraine vorher nochmals überprüft würden.
Lagerstätten nur mit Schutzkleidung betretbar
Hintergrund der Zweifel im Wehrressort sind interne Vermerke über den Zustand des DDR-Waffensystems, das bereits im Jahr 2014 aus dem Betrieb der Bundeswehr ausgesondert worden war. Seitdem seien die Holzkisten mit den Waffen, die nun an die Ukraine geliefert werden sollen, so stark verschimmelt, dass Soldaten die Lagerstätten für sie nur noch mit Schutzkleidung betreten dürfen, heißt es in einem vertraulichen Vermerk aus dem Ministerium aus dem November 2021.
In dem Vermerk wird zudem festgestellt, dass das komplette „Strela“-System nicht mehr einsetzbar sei. „Aufgrund der Überalterung des Raketenmotors ist der Flugkörper Strela nicht mehr handhabungssicher, kann also nicht mehr verschossen werden.“ Deswegen sei „bereits im Jahre 2014“ die Vernichtung angewiesen worden. Bislang konnte sich die Truppe jedoch nicht mit Spezialunternehmen über eine Beseitigung der Bestände einigen. Eine Vernichtung durch die Bundeswehr selbst kam nicht in Betracht.
Laut „Spiegel“ liegt im Ministerium mittlerweile eine neue Untersuchung der „Strela“ -Bestände vor. In dem Papier aus dem Februar schreiben die Experten des Beschaffungsamts der Bundeswehr, dass entgegen der Aussage aus dem November vermutlich doch etwa 2.000 der Raketen „verwertungsfähig“ seien. (dts Nachrichtenagentur)
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