Montag 12.Oktober 2026

Pistorius rechnet mit Zwangsversetzungen nach Litauen

5. Juli 2026 | Kategorie: Politik

Bundeswehr-Soldaten
Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin- Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rechnet damit, dass für den Aufbau der Bundeswehrbrigade in Litauen eine nennenswerte Zahl der insgesamt 4.800 Soldaten verpflichtet werden muss.

Er rede von unter 1.000, sagte Pistorius der „Bild am Sonntag“. Gleichzeitig sagte der Minister, dass man die Mehrzahl der Dienstposten bislang mühelos mit Freiwilligen besetzen konnte. Es gebe aber eine Herausforderung bei den Mannschaftsdienstgraden und bei Spezialisten. In diesen Fällen könne es am Ende zu einer Verpflichtung kommen.

Der Ukraine räumte Pistorius bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg Siegchancen ein. Auf die Frage, ob Kiew gerade den Krieg gewinne, sagte er: „So gut wie jetzt gerade sah es noch nie aus.“

Auf dem Schlachtfeld selbst sei wenig Bewegung, mal ein paar Kilometer in die eine, mal in die andere Richtung, aber immer mit unvorstellbaren Verlusten der russischen Streitkräfte. Vor allem gelinge es der Ukraine immer mehr, in Russland selbst Ziele zu treffen und damit Raffinerie und Logistik für das Militär zu zerstören.

Für den am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel kündigte Pistorius weitere deutsche Finanzhilfen für die Ukraine an. Aus dem internationalen Hilfspaket werde Deutschland mit Sicherheit den größten Einzelbetrag leisten. Eine Lieferung des deutschen Marschflugkörpers Taurus an Kiew hält er nicht für nötig: „Ich glaube nicht, dass die Ukraine den Taurus noch braucht.“

Mit Blick auf die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr erklärte der Minister, diese sei kriegstüchtiger als vor vier Jahren. Es gebe aber nach wie vor Probleme mit der Lieferzeit bei Waffenbestellungen. Die Rüstungsindustrie hole auf, aber man brauche noch mehr Geschwindigkeit, um die Dinge dann wirklich auf dem Hof oder im Hafen liegen zu haben. (dts Nachrichtenagentur) 

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