
Feuerwerksverkauf (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Berlin – Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, hat vor den Gefahren von Feuerwerkskörpern weit über Silvester hinaus in Fußballstadien und Extremisten-Kreisen gewarnt und seine Forderung nach einem Böllerverbot mit den zunehmenden Angriffen auf Einsatzkräfte begründet.
Es gebe keine Begrenzung, wie viele Böller oder Raketen jemand kaufen dürfe, sagte Kopelke dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ in einem Streitgespräch mit dem Geschäftsführer des Bundesverbandes für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk, Felix Martens.
Entsprechend würden enorme Mengen verkauft. „Mengen, die man als Einzelperson gar nicht in einer Nacht loswird. Da decken sich manche Fußballfans ebenso für das ganze Jahr ein, wie die linke und rechte Szene.“ Der einzelne, legal verkaufte Feuerwerkskörper sei nicht per se das Problem.
In der Silvesternacht zeigten sich die immer gleichen Muster: „vor allem junge, alkoholisierte Männer, die in Gruppen unterwegs sind, Feuerwerk missbräuchlich einsetzen und Menschen gefährden“. Außerdem hantierten Kinder und Jugendliche mit Böllern, die ihnen nicht zustünden.
Und früher seien Einsatzkräfte nicht wie heute angegriffen worden. „Diesen Veränderungen müssen wir etwas entgegensetzen.“ Am Silvestertag glaubten viele Menschen, alles sei erlaubt. „Das ist brandgefährlich.“ Polizisten würden aus ihren Regionen abgezogen, um an Brennpunkten zu unterstützen. „Für die Polizei entsteht deshalb bundesweit eine enorme Belastung, die sich nicht mit punktuellen Verbotszonen lösen lässt.“
Martens sagte, er sähe Raum für Kompromisse unterhalb eines vollständigen Verbots. Man müsse den Fokus auf illegale Pyrotechnik in der Kriminalistik legen. „Wir arbeiten als Verband mit Feuerwehr und dem Unfallkrankenhaus Berlin zusammen, um Jugendliche zu sensibilisieren.“
Außerdem sollte man differenzierter über Gefahrenpotenziale sprechen. „Ein Böllerverbot im engeren Sinn – für bestimmte Knallkörper mit Blitzknallsatz – würde ich unterstützen.“ (dts Nachrichtenagentur)
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