
Foto: dts Nachrichtenagentur
Mit Blick auf die anstehende Bürgergeldreform hat sich die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, dafür ausgesprochen, eine Prämie für Bürgergeldbezieher einzuführen, die Vollzeit arbeiten.
„90 Prozent der Aufstocker, also der Menschen, die zusätzlich zu ihrem Gehalt Bürgergeld beziehen, sind Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber. Und das sind sie nicht unbedingt, weil sie das wollen, sondern weil es zum Beispiel in der Systemgastronomie eine sehr schändliche Kultur gibt, Angestellten nur 25- oder 30-Stunden-Verträge zu geben, verbunden mit der Ansage, sich den Rest vom Staat zu holen“, sagte Fahimi den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Statt eines steuerfinanzierten Kombilohns könne man „Bürgergeldempfänger, die Vollzeit arbeiten, finanziell besserstellen, etwa mit einer Vollzeitprämie, die dazu führt, dass man als Aufstocker von einem Vollzeitlohn mehr behalten darf“, schlug Fahimi vor.
Die Forderungen nach verschärften Sanktionen bezeichnete die DGB-Chefin dagegen als „Scheindebatte“. So verstoße etwa die Forderung, Totalverweigerern das Bürgergeld zu streichen, gegen das Grundgesetz. Sanktionen würden die Menschen zudem nicht arbeitsfähiger machen. „Es nützt nichts, nur draufzuschlagen, sondern die Beratungs- und Vermittlungsqualität muss stimmen, und das kostet eben Geld“, sagte Fahimi.
Von den 1,7 Millionen Bürgergeldempfängern, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden, fehle den meisten eine Berufsausbildung. „Deswegen war der wesentliche Reformschritt im Bürgergeld, mehr auf schrittweise Qualifizierung zu setzen, genau richtig“, verteidigte Fahimi das Bürgergeld. Ihr Gerechtigkeitsempfinden sei zudem gestört, wenn „wir auf der einen Seite bei den Ärmsten bis zum letzten kontrollieren wollen, und gleichzeitig bei den Reichsten beide Augen zudrücken“, sagte die DGB-Vorsitzende. Sie forderte eine bessere Ausstattung der Finanzämter, um gezielter gegen Steuerbetrug vorgehen zu können.
Ein striktes Vorgehen forderte die Gewerkschaftsbundvorsitzende gegen bandenmäßigen Betrug beim Bürgergeld. „Die Bundesregierung muss den bandenmäßigen Betrug beim Bürgergeld trockenlegen“, sagte Fahimi. „Es werden Menschen aus Südosteuropa unter Vortäuschung falscher Tatsachen nach Deutschland gelockt, ihnen werden fingierte Arbeitsverträge zugesteckt, sie werden zu horrenden Preisen in überbelegten Schrottimmobilien einquartiert, die dann vom Staat über hohe Wohnkostenzuschüsse refinanziert werden“, führte die DGB-Chefin aus. „Dagegen müssen wir vorgehen.“
Zudem sprach sich Fahimi dafür aus, den Kommunen mehr Ermessensspielraum zuzugestehen bei der Frage, „welche Kosten der Unterkunft sie übernehmen dürfen, wenn sie Klienten haben, die ansonsten nur zu extrem horrenden Preisen in der Tagesunterbringung unterkommen“. Auch müsse man den Mietmarkt mit einem Mietenstopp regulieren. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Yasmin Fahimi will auf eine neue Kandidatur als SPD-Generalsekretärin verzichten. Demzufolge wird Fahimi bis zum SPD-Parteitag im Dezember Generalsekretärin bleiben ...
Neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums von Hubertus Heil (SPD) weisen aus, dass viele Empfänger von Transferleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II trotz Integration in ...
Schaidt – Ein Jahrzehnt der Integration forderte die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi bei einer Diskussionsveranstaltung mit Betriebsräten in Schaidt. Dabei ging es ihr nicht ...
Berlin – Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer kritisiert das Bürgergeld-Konzept der Bundesregierung scharf und warnt vor falschen Anreizen für Geringverdiener. „Langzeitarbeitslose brauchen Unterstützung, ...
Berlin – SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat angesichts der Prüfung des Betreuungsgeldes durch die Verfassungsrichter bekräftigt, dass die Familienleistung falsche Anreize setze. „Die ...
Berlin – Nach dem vorläufigen Scheitern der „Bürgergeld“-Reform im Bundesrat zeigt sich Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) zuversichtlich, im Vermittlungsausschuss eine Einigung zu ...
Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, hält die CDU-Pläne zu Sanktionen beim Bürgergeld für verfassungswidrig. „Das, was die CDU vorschlägt, ist ...
Berlin- Der neue Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn warnt die schwarz-rote Koalition vor einem Anstieg von Migranten im Bürgergeld. „Die Bevölkerung wird es auf ...
Berlin- CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erwartet einen „Paradigmenwechsel“ bei der Reform des Bürgergeldes. „Wir arbeiten an einem echten Paradigmenwechsel: Wenn jemand wiederholt eine ...
Berlin – Die Kontroverse um das Bürgergeld droht zur Dauerbelastung für die Ampel-Bundesregierung zu werden. Das berichtet die „Welt“. Nachdem Bundesjustizminister Marco ...
Berlin – CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann fordert eine Arbeitspflicht für alle gesunden Bürgergeld-Empfänger. „Wer nach sechs Monaten immer noch keinen Job hat, muss ...
Berlin – SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat den Gründer der Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, scharf kritisiert, nachdem dieser Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit dem ...












