Dienstag 18.August 2026

BKA: Keine Entwarnung: Fallzahlen des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen weiterhin besorgniserregend hoch

21. Juli 2026 | Kategorie: Nachrichten

Sexueller Missbrauch hat schwere Traumata zur Folge. Foto (bearb.): www.polizei-beratung.de

Die Zahl der registrierten Sexualdelikte gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen.

Besonders deutlich nimmt die Zahl der Taten zu, die im Internet begangen werden. Das geht aus dem neuen Bundeslagebild des Bundeskriminalamts (BKA) hervor, das am Dienstag vorgestellt wurde.

Demnach registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 17.126 Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern und 1.239 Fälle sexuellen Missbrauchs an Jugendlichen. Insgesamt wurden 20.051 Minderjährige Opfer entsprechender Straftaten. In mehr als der Hälfte der Fälle kannten sich Opfer und Tatverdächtige bereits.

Besonders stark wachsen sogenannte Hands-Off-Delikte, bei denen es keinen direkten körperlichen Kontakt gibt. So stiegen Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt auf 4.861 – ein Plus von 16,5 Prozent. Auch Straftaten mit jugendpornografischen Inhalten erreichten mit 11.515 Fällen einen neuen Höchststand.

Das BKA sieht die zunehmende Digitalisierung als wesentlichen Grund für diese Entwicklung. Delikte wie Cybergrooming, Sextortion oder Livestreaming sexueller Gewalt gewännen an Bedeutung. Zudem erleichtere Künstliche Intelligenz das Erstellen oder Verändern von Missbrauchsdarstellungen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt forderte angesichts der Entwicklung bessere Möglichkeiten zur Identifizierung von Tätern im Internet. BKA-Präsident Holger Münch warnte zudem vor einer Lücke bei der Erkennung und Meldung entsprechender Inhalte in der EU und sprach sich für eine dauerhafte gesetzliche Regelung aus.

Das BKA weist darauf hin, dass die Statistik nur das sogenannte Hellfeld abbildet, also Fälle, die den Behörden bekannt geworden sind. Experten gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

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