
Foto: Pfalz-Express
Ottersheim – Der Wolf ist zurück in der Vorderpfalz und das mit deutlichen Folgen. Nach dem Tod von fünf Schafen sowie einem weiteren Tier, das nach einem Angriff notgetötet werden musste, steht nun fest: Verursacher war ein Wolf. Das teilte das Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO) mit.
Der Vorfall ereignete sich Anfang Dezember im Gemeindegebiet von Ottersheim (Verbandsgemeinde Bellheim, Landkreis Germersheim). Von den getöteten Tieren wurden DNA-Proben entnommen und zur Untersuchung an das Senckenberg-Institut geschickt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Spuren stammen von einem Wolf aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation.
Noch konkreter wurde es bei der genetischen Auswertung. Identifiziert wurde der Wolfsrüde GW5151, ein Tier, das ursprünglich aus dem Ebbegebirge in Nordrhein-Westfalen stammt. Wo sich der Wolf aktuell aufhält, ist allerdings unklar.
Bei der Begutachtung der Weide stellte sich heraus, dass kein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden war. Dennoch hat dies in diesem Fall keine Auswirkungen auf mögliche Entschädigungen: Ottersheim liegt im neu ausgewiesenen Präventionsgebiet Vorderpfalz [1]. Während der geltenden Übergangsfrist ist eine spezielle Zäunung keine Voraussetzung für Ausgleichszahlungen bei Wolfsrissen.
Das KLUWO steht nach eigenen Angaben mit den betroffenen Tierhaltern im Austausch. Dabei geht es sowohl um finanzielle Entschädigung als auch um mögliche Förderungen für künftige Herdenschutzmaßnahmen.
Der Vorfall dürfte die ohnehin angespannte Debatte um die Rückkehr des Wolfs weiter anheizen. Während Naturschützer die Ausbreitung der Tiere begrüßen, wächst bei vielen Weidetierhaltern seit Jahren die Sorge um ihre Tiere. Und die Frage, ob die Wiederansiedlung des Wolfs in dicht besiedelten Kulturlandschaften wirklich eine gute Idee war.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [7]