
Foto: congerdesign [1] / Pixabay [2]
Digitale Teilhabe ist für ältere Menschen ebenso relevant wie für jüngere Generationen. Senioren in der Pfalz entdecken zunehmend die Möglichkeiten des Internets, um mit Familie und Freunden in Kontakt und geistig aktiv zu bleiben.
Die Region bietet dafür eine Vielzahl attraktiver Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind.
Kurse in Landau und Neustadt boomen
Digitale Grundkurse für Senioren erleben in vielen pfälzischen Städten starken Zulauf. In Landau beispielsweise bietet die Volkshochschule regelmäßig Module wie „Internet sicher nutzen“ oder „Fit mit dem Tablet“ an. Im letzten Herbstsemester waren über 90 Prozent der Kurse ausgebucht, das Durchschnittsalter lag bei über 65 Jahren.
Auch das Projekt „SilverSurfer Rheinland-Pfalz“ unterstützt Gemeinden bei der Schulung älterer Menschen im Umgang mit digitalen Geräten. In Germersheim etwa fand im Mai eine mehrtägige Schulung mit durchweg positiver Resonanz statt. Sowohl das Interesse als auch der Bedarf, sich im Alter mit neuen Technologien zu beschäftigen, ist also vorhanden.
Digitale Spiele als tägliches Gehirntraining
Zwischen Frühstück und Spaziergang schnell eine kleine Partie Freecell? Für viele Senioren gehört das längst zur Routine. Forschungen zeigen, dass das regelmäßige Spielen einfacher Logikspiele kognitive Prozesse wie Konzentration, Planungsfähigkeit und Arbeitsgedächtnis nachhaltig trainiert. Besonders Spiele mit klaren Regeln und geringem Zeitdruck sind beliebt. Hierzu gehören zum Beispiel die klassischen Solitär-Varianten.
Um ohne die Installation einer App spielen zu können, gibt es browserbasierte Angebote. Hier können die Nutzer beispielsweise eine Freecell-Variante direkt im Browser spielen. Wenn Senioren direkt mit dem Spiel starten [3] möchten, ist das ohne Aufwand und Anmeldung möglich. Das reduziert technische Hürden und macht die Nutzung besonders niedrigschwellig.
Was die Wissenschaft sagt
Ältere Menschen, die regelmäßig digitale Medien nutzen, bleiben im Durchschnitt geistig agiler als ältere Menschen, die das nicht tun. Allerdings warnen Experten vor zu hohen Erwartungen. Nicht jedes Spiel oder Online-Angebot ist automatisch Gehirnjogging [4]. Was hilft, ist die Kombination aus verschiedenen Aktivitäten. Lesen, Bewegung und eben spielerische digitale Reize. Wichtig sei vor allem, dass die Anwendung motiviert, nicht überfordert und am besten Teil einer Tagesstruktur wird.
Tipps aus der Praxis
Viele Senior:innen berichten, dass sie mit den folgenden Strategien erfolgreich ihren Alltag bereichern:
- Feste Zeiten schaffen – zum Beispiel durch eine „digitale Stunde“ nach dem Mittagessen
- Mit anderen gemeinsam spielen oder lernen – beispielsweise per Videoanruf; das verbessert das technische Verständnis und ermöglicht ein generationenübergreifendes Spielen
- Sich realistische Ziele setzen – ein neues Spiel pro Woche testen
- Offline und online kombinieren – beispielsweise Kreuzworträtsel aus der Zeitung und Freecell im Browser
Die digitale Teilhabe wächst
Neben dem Spielen geht es vielen Senioren im Internet um Kommunikation. 72 Prozent der Menschen über 60 sind regelmäßig per Messenger mit Familie und Freunden in Kontakt. Gleichzeitig nutzen sie zunehmend Angebote der Kommunen online. Diese reichen von Bürgerdiensten bis zur Bibliotheksrecherche.
Das zeigt, dass die digitale Welt für ältere Menschen in der Pfalz kein Neuland mehr ist, sondern dass sie diese längst aktiv nutzen. Trotzdem ist es wichtig, bestehende Angebote fortzuführen und auszubauen, um die digitale Teilhabe dauerhaft zu ermöglichen und Senioren vor analogen und digitalen Betrugsmaschen zu schützen [5].
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [11]