Erstmals trug der heute 35-jährige bei Daimler in Wörth beschäftigte Maschinenbautechniker vor 17 Jahren bei der EM in Belgrad das Nationaltrikot. Es folgten vier weitere Europameisterschaften, eine Weltmeisterschaft und nun bereits die fünften Deaflympics, der wichtigste sportliche Wettbewerb im olympischen Bereich für Gehörlose.
„Es war wieder ein tolles Erlebnis mit vielen neuen Erfahrungen, was Kultur, Technologie, Essen, Höflichkeit und Ordnungsliebe der Japaner angeht“, erzählt er. „Leider kam gegen unseren Angstgegner Kroatien wieder nach 40 Minuten unser Einbruch und die Nerven haben uns gefehlt, so dass wir wieder die erhoffte und lang ersehnte Goldmedaille einmal mehr verfehlten.“
2009 in Taiwan und 2013 in Bulgarien gab es jeweils Bronze, verbunden mit der anschließenden Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes durch den damaligen Bundespräsidenten. In der Türkei 2017 sprang Platz vier heraus, in Brasilien – wie auch diesmal – Silber.
Beim Empfang in Berlin überreichte der Bundespräsident die Urkunde und das Silberne Lorbeerblatt. Es ist die höchste Auszeichnung für Spitzenleistungen im deutschen Sport und wird für herausragende Erfolge wie Medaillengewinne bei Olympischen, Paralympischen und Weltspielen der Gehörlosen oder für Weltmeistertitel verliehen.
„Die Ehrung beim Bundespräsidenten war für mich ja nichts Neues. Es war das vierte Mal, dass ich von einem Bundespräsidenten ausgezeichnet wurde, weil wir Deutschland auch gut präsentieren konnten“, freut sich Felix Werling.
Nach der Ehrung kam dann noch das SWR-Fernsehen auf ihn zu, um ein Interview zu führen. „Am Tage zuvor habe ich es erfahren, dass der SWR den Deutschen Gehörlosen Sportverband (DGSV) angeschrieben hat. Ich war schon etwas nervös, da ich schon lange nicht mehr vor einer Fernsehkamera gestanden habe. Das letzte Mal war nach der EM 2016 in Berlin. Jetzt waren es nur kleinere Interviews auf YouTube in Japan. Aber ich glaube, ich habe das Beste daraus gemacht.“
Und wie er inzwischen erfahren hat, sollen noch weitere Ehrungen folgen.

Foto: über Felix Werling