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Vier versteckte Juwelen rund um Meran – Dörfer, die den nächsten Südtirol-Trip unvergesslich machen

Das schöne Dorf Riffian bei Meran.
Foto: joerghartmannphoto/Adobe Stock [1]

Zwischen Weinreben, Apfelgärten und den Gipfeln der Texelgruppe wartet das Meraner Land mit Orten, die Geschichte, Genuss und Natur vereinen – perfekt für alle, die Südtirol authentisch erleben möchten.

Sanfte Weinberge, duftende Obstgärten, darüber die schroffen Spitzen der Texelgruppe – das Meraner Land fängt einen sofort ein. Nur ein paar Stunden von der Pfalz [2], die selbst für Riesling und sanfte Hügel bekannt, breitet sich hier ein Fleckchen Erde aus, das wie gemacht scheint für alle, die zwischen Reben und Bergen aufblühen.

Dieselbe Liebe zum Wein, dieselbe Wärme in den Gesprächen, nur ein Hauch alpin und ein wenig mediterran. Hinter den Promenaden Merans, wo es schon mal wuselig werden kann, liegen sie – kleine Dörfer, die noch nach Heu riechen, wo der Speck auf Holzbrettern landet und die Aussicht oft mehr sagt als jedes Wort.

Riffian – Wo Ruhe und Andacht den Takt angeben

Riffian, am Eingang zum Passeiertal und nur fünf Kilometer von Meran entfernt, gehört zu den Orten, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken – und genau darin liegt der Reiz. Das Dorf zählt knapp 1.400 Einwohner und zieht seit Jahrhunderten Pilger an. Die Wallfahrtskirche „Zu Unserer Lieben Frau“ thront über dem Ort und ist eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen in Südtirol. Bekannt vor allem wegen des spätgotischen Flügelaltars und der Madonnenfigur, gilt die Kirche bis heute als Kraftplatz.

Doch Riffian lebt nicht nur von der Geschichte. Der Ort ist ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen in die Texelgruppe, die das Tal rahmt. Besonders beliebt: der „Riffianer Waalweg“, ein gemütlicher Spazierweg entlang alter Bewässerungskanäle mit Blick über das Meraner Land. Wer höher hinaus will, findet anspruchsvollere Touren, etwa Richtung Hirzer oder die Spronser Seen – die höchstgelegene alpine Seenplatte Südtirols.

Auch das Dorf selbst zeigt sich urig. Bauernhöfe mit wettergegerbten Holzfassaden, Apfelplantagen und sattgrüne Wiesen prägen das Bild. Direkt in Südtirol befindet sich das Wanderhotel Zirmerhof [3], das Wanderern nicht nur Kartenmaterial und Tourentipps bietet, sondern auch regionale Küche auf der Sonnenterrasse serviert. Trotz der Nähe zu Meran bleibt es in Riffian beschaulich.

Dorf Tirol – Geschichte zwischen Burgtürmen und Weinreben

Nur wenige Kilometer oberhalb von Meran liegt Dorf Tirol, auf einer sonnigen Hangterrasse mit weitem Blick über das Etschtal und die Texelgruppe. Etwa 2.500 Menschen leben hier, doch jedes Jahr strömen deutlich mehr Gäste in den Ort – nicht nur wegen der Landschaft, sondern auch wegen der historischen Bedeutung. Dorf Tirol gilt als die Wiege des Landes Tirol. Schloss Tirol, das Wahrzeichen hoch über dem Tal, war im 12. Jahrhundert Sitz der Grafen von Tirol, die dem gesamten Land seinen Namen gaben.

Schloss Tirol [4] ist heute ein Museum für Kultur- und Landesgeschichte und erzählt auf mehreren Etagen von der Entwicklung Tirols, dem Leben des Adels und den harten Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung. Besonders eindrucksvoll: die romanischen Portale, die als Meisterwerke frühmittelalterlicher Steinmetzkunst gelten, und der Burghof, der den Blick auf die alten Festungsmauern freigibt.

Der Aufstieg zum Schloss führt entlang des Falknerwegs, der nicht nur geschichtliche Tafeln bietet, sondern auch an der Pflege- und Flugstation für Greifvögel vorbeiführt. Mehrmals täglich lassen Falkner Adler, Geier und Falken über den Köpfen der Besucher kreisen – ein Erlebnis, das Geschichte und Natur miteinander verbindet.

Nicht nur Kulturfreunde kommen in Dorf Tirol auf ihre Kosten. Wanderwege wie der Apfelweg oder der Weinweg führen durch Obstgärten und Weinterrassen, während die Seilbahn Hochmuth sportlich Ambitionierte direkt in die Texelgruppe bringt. Auf 1.400 Metern starten dort Routen zu den Spronser Seen oder zur Mutspitze.

Marling – Weingärten und Wasserwege

Am westlichen Rand von Meran liegt Marling, ein Dorf mit rund 2.500 Einwohnern, das sich an die Hänge des Vigiljochs schmiegt. Bekannt ist der Ort vor allem für den Marlinger Waalweg [6], der als einer der schönsten und längsten Waalwege in Südtirol gilt. Der fast zwölf Kilometer lange Wanderweg beginnt bei Töll und führt oberhalb von Marling entlang eines alten Bewässerungskanals, der vor Jahrhunderten von Bauern angelegt wurde, um die Obst- und Weinberge mit Wasser aus der Etsch zu versorgen.

Die Route bietet Ausblicke auf das Etschtal, Meran und die umliegenden Dörfer. Der Weg bleibt weitgehend eben und ist daher für Familien ebenso geeignet wie für ältere Spaziergänger. Entlang des Waalwegs führen Abzweigungen hinunter ins Dorf, wo Höfe und Buschenschänken Eigenbauwein und regionale Gerichte anbieten.

Das milde Klima und die Hanglage begünstigen den Anbau von Vernatsch, Lagrein und Weißburgunder. Die Kellerei Meran, die auch die Winzer aus Marling vereint, öffnet regelmäßig ihre Türen für Verkostungen. Besucher lernen dabei nicht nur die verschiedenen Rebsorten kennen, sondern erfahren auch, wie die Kombination aus alpiner Frische und mediterraner Sonne den Weinen dieser Region eine besondere Note verleiht.

Schenna – Zwischen Kastanienhainen und Kaisergeschichte

Auf einem sonnigen Plateau oberhalb von Meran liegt Schenna, ein Dorf mit knapp 3.000 Einwohnern, das für seine Blütenpracht, Kastanienhaine und das historische Schloss bekannt ist. Schon die Anfahrt führt an Weinhängen und Apfelgärten vorbei, bis das Dorf auf etwa 600 Metern erreicht wird. Von hier öffnet sich der Blick auf das Passeiertal und die Texelgruppe.

Über dem Dorf thront Schloss Schenna, das Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Besonders bekannt wurde das Schloss durch Erzherzog Johann von Österreich, der im 19. Jahrhundert als Förderer Südtirols galt und hier seine letzte Ruhestätte fand. Das Schloss ist bis heute in Privatbesitz, kann aber im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Besucher sehen dort Waffen, Kunstwerke und Möbel aus mehreren Jahrhunderten, darunter auch persönliche Gegenstände des Erzherzogs.

Schenna ist aber nicht nur ein Ort für Kulturinteressierte. Wanderwege wie der Taser Höhenweg [7] oder der Schenner Waalweg locken Naturliebhaber an. Der Höhenweg führt auf etwa 1.450 Metern entlang der Berghänge mit Blick auf Meran, während der Waalweg etwas sanfter verläuft und entlang alter Wasserläufe durch Kastanienhaine führt.

Besonders im Herbst zeigt sich Schenna von seiner besten Seite. Die Kastanienzeit bringt das traditionelle Törggelen in die Buschenschänken. Aufgetischt werden Gerstensuppe, Kaminwurzen, Surfleisch, Sauerkraut und geröstete Kastanien, dazu junger Wein – ein Brauch, der Wanderung und Genuss verbindet.

Das Dorf bietet zudem eine gute Infrastruktur für Gäste, von familiären Pensionen bis hin zu Hotels mit Wellnessbereich. Die Nähe zu Meran macht Tagesausflüge in die Therme oder auf die Kurpromenade leicht möglich, dennoch bleibt Schenna ein Ort, an dem Ruhe und Dorfcharakter erhalten geblieben sind.

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