
Der Stadtvorstand demonstrierte beim Neujahrsempfang ein gutes Miteinander.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Landau. Die Stadt Landau startete ins neue Jahr mit ihrem Neujahrsempfang in der Festhalle – eigentlich so wie immer. Einen Vor- und Rückblick in der Hauptsache – so wie immer, hatte sich auch das Publikum erwartet. Was kam, war eine „große Rechtfertigungsveranstaltung“, wie es jemand aus dem Publikum formulierte.
Der Stadtvorstand, bestehend aus OB Dr. Dominik Geißler (CDU), Bürgermeister Lukas Hartmann (Grüne) und Beigeordneter Lena Dürphold, trat gemeinsam auf, um Einigkeit zu demonstrieren. Inwieweit dies gelungen ist, muss die Zukunft zeigen. Man wolle selbstkritisch Kritik und Positives kommunizieren, so Geißler zu Beginn des Abends in seiner Begrüßung. Verantwortung übernehme er für den Konflikt um die Verortung der städtischen Kultur [1].

OB Geißler begleitete am Flügel Landau-Bilder.
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Die städtische Plakatkampagne „gegen den Willen der eigenen Leute“ [2] belaste ihn noch heute. „Es gab damals keine Umbenennung [3] der Straßen, das ist eben Demokratie“. Geißler sprach auch von „Spannungen beim Verkehrsressort“.
Das habe die politische Stimmung noch weiter verhärtet: „Die Entscheidung (Lukas Hartmann 2024 das Verkehrsressort zu nehmen – die Red.) war ein Fehler.“ Geißler wandte sich gegen „parteipolitische Wagenburgen“. Er dankte einem „unglaublich engagierten Stadtrat“ und er sagte, dass er die Zuversicht habe, dass gemeinsames Handeln gelingen werde.
Seine angesprochenen Themen bezogen sich unter anderem auf die Baulandentwicklung, Wohnen im Alter, den umgestalteten Festhallenvorplatz [4] und ein geplantes Katastrophenschutzzentrum.
Im Foyer des Rathauses soll ein Chatbot eingerichtet werden, ähnlich dem VR Bank-System Sysi, das den Bürger beraten soll. Insgesamt habe Landau nationale und internationale Reputation und den Ruf, Vorbild zu sein, wie zum Beispiel als Fahrradkommune oder beim Vulcan-Projekt [5].

Lukas Hartmann
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Lukas Hartmann setzte die Begrüßungsreihe fort und sagte: „Es darf so nicht weitergehen mit dem Bild unserer Stadt in der Öffentlichkeit“. Es bestehe Aussicht auf Besserung „wenn wir über unseren Schatten springen“. Das benötige aber Zeit, Ausdauer und Disziplin. Der Stadtvorstand setze sich aus unterschiedlichen Menschen und unterschiedlichen Arbeitskulturen zusammen. Man dürfe nicht verharren, sondern müsse sich bewegen und zielgeführt und ehrlich miteinander sprechen. Diese Chancen will Hartmann wohl auch dem OB geben. So nahm es das Publikum ebenfalls auf und spendete entsprechend Applaus.

Lena Dürphold
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Lena Dürphold, die den Abend sehr gut moderierte, unterstrich dies ebenfalls später in ihrem Rückblick. „Wir können die Herausforderungen nur lösen, wenn wir kompromissbereit sind“. Zentralaussage: „Wir (der Stadtvorstand, die Red.) waren bisher kein Team, wir arbeiten aber bewusst daran“.
„Zwischen Marktplausch und Heimatgenuss, zwischen Schaufensterträumen und Leerstand, Zwischen Umleitung und Lieblingsstraße, zwischen Schulalltag und Abenteuer, zwischen Abgrund und Aufbruch, zwischen Entenruhe und Alltagspause, zwischen Vorfreude und Applaus“: Negatives und Positives in einem Video, vom OK Landau gestaltet und mit Klangimprovisationen am Flügel von OB Geißler umrahmt, bekam viel Applaus. Jemand sagte: „Das war eine gute Idee!“, wohingegen die vorangegangene Lichtshow als ziemlich unspektakulär empfunden wurde.

Landauer Stadtvorstand
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Natürlich kamen Rück- und Ausblick des Stadtvorstands nicht zu kurz. Betont wurde von Lena Dürphold, dass Landau Krankenhausstandort bleibe, weitere Themen waren Südpfalz-Docs, Kindertag und Jugendcafé, Pflegekonferenz, Jugendverkehrsschule, Soziallotse und natürlich das La Ola [6]. „Das La Ola ist kein Luxus, sondern unverzichtbar und wir werden alles erdenklich Mögliche für dessen Erhalt tun“, so Dürphold.
Lukas Hartmann sprach unter anderem das Projekt Haardtstraße, Klimaschutzprojekte, Fernwärme an. Und: „Nach herausfordernden Monaten mit Personalwechseln und technischen Problemen haben wir das Bürgerbüro gemeinsam weiterentwickelt und Abläufe verbessert“.

Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
Zur Sprache kam auch der Erwerb des Sparkassengebäudes in der Ostbahnstraße. Die Sparkasse Südpfalz wird ja bekanntermaßen das ehemalige Kaufhof-Gelände [7], jetzt von der Bevölkerung etwas spöttisch „Das Loch“ genannt, erwerben, dort bauen und die beiden Sparkassen-Gebäude in der Marie Curie-Straße und der Ostbahnstraße verkaufen.
Dass Landau wieder gut ins Neue Jahr startet, dafür sorgte der Bäcker Becker. Mit der traditionell großen Neujahrsbretzel verkündete er „Glück und Zusammenhalt“. Das Saxophon-Quartett der Stadtkapelle Landau sorgte für schwungvolle Töne, die Ballettschule Performance verzauberte mit einem Tanzprogramm und die Breakdance-Gruppe der Tanzschule Wienholt legte eine energiegeladene Show aufs Parkett.
Hannes und Felix performten eine ungewöhnliche Version von „Freude, schöner Götterfunke (Teilausschnitt siehe Video) und Professorin Dr. Julia Glombiewski (RPTU) referierte über Mindsets im psychologischen Bereich (Erwartungshaltungen etc.).
Neu 2026: Neben dem Foyer gab es erstmals auch im Kleinen Saal einen Ausschank, um den Gästen ein noch breiteres Angebot und mehr Komfort zu bieten. (desa)

Breakdance
Foto: Rolf H. Epple/Pfalz-Express
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