
Bienenvolk in einem Stock.
Foto: Pfalz-Express
Propolis, auch bekannt als Bienenharz oder Kittharz, ist ein von Bienen hergestelltes natürliches Produkt mit vielfältigen Eigenschaften.
Propolis Tinktur [1], ein Extrakt aus dem Bienenharz, gilt als natürliches Heilmittel mit antibiotischen, antiviralen und antimykotischen Wirkungen. Doch was genau steckt hinter diesem Naturprodukt?
Propolis: Die Entstehung und Zusammensetzung des Bienenprodukts
Die fleißigen Honigbienen sammeln harzige Substanzen von Baumrinden und Knospen verschiedener Bäume und transportieren diese in ihren Bienenstock. Dort wird das Harz mit Bienenspeichel, Pollen und Wachs zu einem enzym- und nährstoffreichen Kittharz verarbeitet.
Die genaue Zusammensetzung von Propolis variiert je nach Pflanzenart, Herkunftsregion, Jahreszeit und beigemengtem Wachs. Typischerweise besteht es aus etwa 50 bis 70% Harzen und Balsamen, 30% Wachs, 5% Pollen, 10% ätherischen Ölen aus Blütenknospen sowie Speichelsekret der Bienen.Ein einzelnes Bienenvolk kann pro Jahr zwischen 50 und 500 Gramm Propolis produzieren. Die einzigartigen Eigenschaften von Propolis machen es nicht nur für Bienen, sondern auch für den Menschen zu einem wertvollen Naturprodukt.
Traditionelle Verwendung und Anwendungsgebiete von Propolis
Propolis blickt auf eine lange Geschichte traditioneller Anwendungen zurück. Bereits die alten Ägypter nutzten das vielseitige Bienenprodukt bei der Mumifizierung, um die Körper der Verstorbenen zu konservieren.
Heutzutage erstreckt sich das Anwendungsspektrum von Propolis über verschiedene therapeutische Bereiche. Äußerlich wird es sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung von Hautirritationen, Entzündungen und Verletzungen eingesetzt. Dank seiner entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften unterstützt Propolis die Regeneration der Haut und Schleimhäute.
Zur äußerlichen Anwendung kommen verschiedene Darreichungsformen wie Tinkturen, Salben, Cremes und Sprays zum Einsatz. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen mit Propolis werden zudem zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet.
Auch innerlich findet Propolis traditionell Anwendung. In Form von Kapseln oder Tinkturen wird es oft zur Stärkung des Immunsystems und zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten [2] der unteren Atemwege eingenommen. Obwohl wissenschaftlich aussagekräftige Hinweise auf eine tatsächliche infektvorbeugende Wirkung noch fehlen bzw. diese bisher nur bei Tieren oder in-vitro Versuchen interpretiert wurden, schätzen viele Menschen Propolis als natürliches Mittel zur Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte – und dass seit Jahrtausenden.
Insgesamt zeigt sich, dass Propolis dank seiner vielfältigen Inhaltsstoffe und Eigenschaften in zahlreichen Anwendungsgebieten genutzt wird und erfreut sich auch in der modernen Naturheilkunde großer Beliebtheit.
Eigenschaften und Wirkungen von Propolis Tinktur
Propolis verfügt über eine Vielzahl von positiven Eigenschaften. Studien haben gezeigt, dass Propolis antioxidativ wirkt und somit oxidativem Stress im Körper entgegenwirken kann. Zudem besitzt es antimikrobielle Eigenschaften, die gegen Bakterien wirkt, virustatische und viruzide Eigenschaften, die gegen Viren wirken und antimykotische Eigenschaften, die gegen Pilze wirken. Diese Vielseitigkeit macht Propolis zu einem vielversprechenden natürlichen Heilmittel.
Die Flavonoide in Propolis spielen eine wichtige Rolle bei der Entfaltung dieser positiven Effekte. Insbesondere Apigenin und Luteolin werden mit der Förderung der Wundheilung in Verbindung gebracht. Tierstudien an Ratten und Mäusen haben gezeigt, dass Propolis die Heilung von Wunden beschleunigen kann.
Darüber hinaus wurde in Tierversuchen an Mäusen festgestellt, dass Propolis eine zytotoxische Wirkung besitzt und das Wachstum von eingepflanzten Krebstumoren hemmen konnte. Diese Eigenschaft macht Propolis zu einem interessanten Forschungsgegenstand im Bereich der Krebstherapie.
Allerdings ist zu beachten, dass Propolis auch als Kontaktallergen wirken kann. Verschiedene Kaffeesäure-Derivate und andere Inhaltsstoffe können allergische Reaktionen auslösen. Sowohl bei der Anwendung als Arzneimittel als auch bei äußerlicher Anwendung in kosmetischen Mitteln wurden Fälle von Allergien im Zusammenhang mit Propolis berichtet.
Propolis – Gewinnung, Verarbeitung und Darreichungsformen
Propolis wird von Hobby-Imkern an verschiedenen Stellen des Bienenkastens abgekratzt, insbesondere dort, wo die fleißigen Bienen Ritzen und Spalten verkittet haben. Die professionellen Imker verfolgen eine gezieltere Gewinnung jedoch durch den Einsatz spezieller, feinmaschiger Kunststoffgitter. Die Bienen empfinden die Zwischenräume als störend und verkitten diese umgehend. Anschließend wird das Gitter entnommen und zur weiteren Verarbeitung tiefgefroren. So ist sichergestellt, dass es sich immer um das frischeste Propolisharz handelt.
Bei den eisigen Temperaturen im Gefrierschrank wird das Propolis spröde und lässt sich anschließend durch leichtes Biegen des Kunststoffgitters mühelos ablösen. Der so gewonnene Rohstoff wird weiterverarbeitet, indem er in hochprozentigem Alkohol aufgelöst und von Verunreinigungen befreit wird. Das resultierende Propolis-Pulver findet häufig Verwendung als hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel.
Allerdings ist Propolis häufig mit sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet, die eindeutig als krebserregend eingestuft werden. Diese Substanzen entstehen in der Imkerei durch den Einsatz von Rauch, einer Methode die weit verbreitet ist. Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen Bio-Imkereien und konventionellen Imkereien. Achten Sie beim Erwerb also explizit darauf, ob der Hersteller geprüfte PAK-freie Ware anbietet.
Fazit
Trotz möglicher Nebenwirkungen bleibt Propolis aufgrund seiner vielfältigen positiven Eigenschaften ein wertvolles natürliches Heilmittel. Bei der Anwendung sollte jedoch auf die Qualität und mögliche allergische Reaktionen [3] geachtet werden.
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