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Mordfall Mia: Gericht verurteilt Abdul D. zu acht Jahren und sechs Monaten Haft

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Verteidiger Maximilian Endler wird von der Presse bestürmt…
Foto: Pfalz-Express/Licht

Kandel/Landau – Knapp acht Monate nach dem gewaltsamen Tod der 15-jährigen Mia V. aus Kandel ist am Landgericht Landau das Urteil gegen den Schuldigen gefallen.

Abdul D, der Exfreund des Mädchens, wurde wegen Mordes und Körperverletzung zu 8 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

Das Verfahren wurde nach Jugendstrafrecht geführt, weil Abdul D. zum Tatzeitpunkt noch minderjährig hätte sein können. Das exakte Alter ließ sich bislang nicht feststellen.

Der Verurteilte hatte Mia V. am 27. Dezember im „dm“-Markt in Kandel getötet – mit einem Messer, das er sich zuvor im daneben liegenden „Netto“-Markt gekauft hatte.

Das Gericht ging davon aus, dass er dem Mädchen danach in den Drogeriemarkt folgte, gezielt auf sie zu ging und unvermittelt mehrfach auf sein Opfer einstach. Mia starb kurze Zeit später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Todesursächlich war ein Stich ins Herz.

Die Staatsanwaltschaft ging bei der Tat von Beginn an von Mord aus und warf dem Täter vor, „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ gehandelt zu haben. Sie und die Nebenkläger – die Eltern des Mädchens – hatten 10 Jahre gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Totschlag und 7 Jahre und 6 Monate. Abdul D.s Motive sollen Eifersucht und Rache gewesen sein.

Der Pflichtverteidiger von Abdul D., Maximilian Endler, hat nach dem Urteil angekündigt, auf Rechtsmittel zu verzichten. Sein Mandat habe das Urteil gefasst aufgenommen, sagte Endler nach der Urteilsverkündung. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob sie Revision einlegt. Die Entscheidung muss innerhalb einer Woche fallen. Endler hält es indes für möglich, dass D. eventuell nicht die ganze Strafe absitzen muss, sondern früher abgeschoben wird.

Die Begründung für das Urteil wurde noch nicht bekannt. Das Jugendgerichtsgesetz verbiete es, detaillierte Aussagen zu veröffentlichen, sagte Gerichtssprecher Dr. Schelp in einer zweiminütigen Pressekonferenz.

Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch Revision [2] eingelegt.

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Dr. Robert Schelp, Vizepräsident des Landgerichts.

Der Bundestagsabgeordnete der Südpfalz und Parlamentarische Staatssekretär, Dr. Thomas Gebhart (CDU), äußerte sich als erster regionaler Politiker zum heutigen Urteil: „Jetzt, nachdem das Urteil gesprochen wurde, erwarte ich, dass während der Haft alles in die Wege geleitet wird, den Täter nach Verbüßung seiner Strafe umgehend in sein Herkunftsland zurückzuführen.“

Als nächster meldete sich der südpfälzische AfD-Bundestagsabgeordnete Dr. Heiko Wildberg zu Wort. Wildberg sagte unter anderem: „Ich fühle auch heute wieder mit den Eltern der ermordeten Mia um den Verlust ihrer Tochter. Das Mädchen aus meinem Heimatort Kandel könnte möglicherweise noch leben, hätte nicht im Vorfeld der Tat ein Behördenversagen auf allen Ebenen stattgefunden.“

Kandel Stadtbürgermeister Günther Tielebörger (SPD) sagte [4] auf Nachfrage des Pfalz-Express, er hätte sich eine ausführlicherer Begründung gewünscht, weshalb das Gericht nicht der Forderung der Staatsanwaltschaft für zehn Jahre Haft gefolgt sei. (cli / aktualisiert)

 

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…und ist offensichtlich nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

 

 

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Pressevertreter vor dem Landericht Landau [8]

Am Morgen: Pressevertreter warten vor dem Landgericht auf weitere Infos.

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