
Die Abordnungen der Kompanien nach den feierlichen Gelöbnis /Eid mit dem Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Kandel, Josef Vollmer, Stadtbürgermeister Michael Gaudier und Kommandeur Oberstleuntnant Frank Wirths (v.li).
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Kandel – Rund 400 Rekruten des Luftwaffenausbildungsbataillons aus Germersheim und des Artillerielehrbataillons 345 aus Idar-Oberstein haben am Donnerstag im Bienwaldstadion in Kandel ihr feierliches Gelöbnis beziehungsweise ihren Diensteid abgelegt.
Für die jungen Soldaten und ihre Angehörigen war es ein besonderer Tag, zu dem die Bundeswehr auch einiges an Technik und militärischem Gerät auffuhr.
Schon am Vormittag konnten die Besucher einen Blick auf Fahrzeuge und Systeme werfen, die man im Alltag wohl kaum aus nächster Nähe zu sehen bekommt. Eine imposante Panzerhaubitze 2000, ein MARS-II-Raketenwerfer, verschiedene Drohnen und weitere Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände standen auf dem Gelände bereit. Auch ein Hubschrauber konnte aus der Nähe betrachtet werden.

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Am Nachmittag rückten dann die Rekruten in den Mittelpunkt. Mit dem Einmarsch der Einheiten begann die feierliche Zeremonie. Angehörige, Freunde und Gäste verfolgten das Gelöbnis von den Rängen und vom Stadiongelände aus. Feierliche und auch schwungvolle Musik kam vom Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg.
Während der Zeremonie sorgte die Bundeswehr auch aus der Luft für spektakuläre Momente. Ein Hubschrauber startete und zog dann seine Kreise über dem Stadion. Kurz darauf wurde es deutlich lauter: Zwei Eurofighter donnerten zwei Mal über das Bienwaldstadion hinweg.
Für die Rekruten und ihre Familien war die Zeremonie dennoch vor allem eines: ein emotionaler Moment. Nach der Ausbildung und den ersten Wochen bei der Bundeswehr legten die jungen Soldaten nun öffentlich ihr Gelöbnis beziehungsweise ihren Diensteid ab.

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„Die Bundeswehr gehört in die Mitte der Gesellschaft“
Die Gelöbnisrede hielt der Kandeler Stadtbürgermeister Michael Gaudier. Er begrüßte die Rekruten und ihre Angehörigen und bezeichnete es als besonderen Grund zum Stolz, dass Kandel Gastgeber des öffentlichen Gelöbnisses sein durfte.
„Unsere Bundeswehr gehört in die Mitte der Gesellschaft, nicht hinter geschlossene Kasernentore“, sagte Gaudier. Das öffentliche Gelöbnis sei ein Zeichen der Verbundenheit zwischen der Bundeswehr und der Gesellschaft.
Auch den Veranstaltungsort bezog der Stadtbürgermeister in seine Rede ein. Das Bienwaldstadion wurde 1935/36 vom Reichsarbeitsdienst errichtet. Sein architektonischer Entwurf orientiert sich am Berliner Olympiastadion. Was sonst die Bühne für sportliche Leistungen sei, werde an diesem Tag zum Schauplatz eines wichtigen persönlichen Moments der jungen Soldaten.
Kandeler Patenschaft mit der Bundeswehr
Kandel und die Bundeswehr verbindet inzwischen eine enge Partnerschaft. Die Stadt ist seit 2023 offizielle Patin der 5. Kompanie [1] des Luftwaffenausbildungsbataillons Germersheim. Besiegelt wurde die Verbindung beim öffentlichen Gelöbnis am 23. März 2023 in Kandel.
Seitdem gab es zahlreiche gemeinsame Begegnungen. Die Soldaten sind unter anderem beim Volkstrauertag und beim Neujahrsempfang der Stadt dabei. Auch beim Bienwald-Marathon unterstützt die Bundeswehr Kandel. Beim Benefizlauf „Kandel läuft“ waren Soldaten im vergangenen Jahr rund 30 Kilometer für den guten Zweck unterwegs.
„Diese Partnerschaft lebt“, sagte Gaudier. Sie sei kein bloßes Papierprojekt, sondern werde durch persönliche Begegnungen, gemeinsame Veranstaltungen und gewachsene Kontakte getragen.
„Frieden und Freiheit sind kein Selbstverständnis“
An die Rekruten richtete Gaudier deutliche Worte über die Verantwortung, die mit ihrem Dienst verbunden ist. Mit ihrem Gelöbnis übernähmen sie Verantwortung für die Sicherheit des Landes, für Frieden und Freiheit und damit auch für die Demokratie.
Gerade angesichts von Kriegen und internationalen Konflikten werde deutlich, wie zerbrechlich Frieden sein könne. Die Bereitschaft der jungen Soldaten, dafür einzustehen und im Ernstfall auch zu kämpfen, verdiene Anerkennung und Respekt.
Auch die Unterstützung durch Familie und Freunde sei wichtig. Der Dienst als Soldat sei fordernd und verlange Einsatzbereitschaft, Überzeugung und Mut, sagte Gaudier.
Gaudier wünschte den Rekruten alles Gute, „Soldatenglück“ und vor allem eine gesunde Heimkehr. „Unser Kandel steht hinter Ihnen. Ganz Deutschland zählt auf Sie!“
Wirths: Soldaten stehen für Schutz der Menschen, Achtung der Menschenwürde und freiheitliche demokratische Grundordnung ein
Der Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons, Frank Wirths, der vor drei Monaten das Kommando von Christian Zerau übernommen [2] hatte, des richtete einige Worte an die Rekruten, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen. Sie hätten sich aus eigenem Antrieb entschieden, Teil der Bundeswehr zu werden und Verantwortung für Frieden, Freiheit und Sicherheit zu übernehmen.
Gerade angesichts der aktuellen internationalen Lage sei dieser Auftrag von besonderer Bedeutung. Mit ihrem Bekenntnis zum Dienst übernähmen die jungen Soldaten Verantwortung für eine freie und demokratische Gesellschaft. Gemeinsam mit ihren Kameraden stünden sie für den Schutz der Menschen, die Achtung der Menschenwürde und die freiheitliche demokratische Grundordnung ein.
Wirths betonte zugleich, dass die Rekruten auf diesem Weg nicht allein seien. Sie würden von ihren Kameraden, dem Parlament und der Bevölkerung getragen. Die Bundeswehr wiederum verspreche, ihren Dienst wertzuschätzen und sie bestmöglich auszubilden und auszustatten.
Wirths dankte den Familien und Freunden der Rekruten für ihren Rückhalt. Ihre Unterstützung gebe den jungen Soldaten Kraft und Mut für den neuen Weg.
Anschließend legten die Rekruten ihr Gelöbnis bzw. die Berufssoldaten ihren Eid ab. Mit kräftiger Stimme gelobten / schworen sie, der „Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Auf das gemeinsame „Horrido!“ folgte kräftiger Applaus von den Gästen.
Danach ging es in die Bienwaldhalle, wo sich der Kommandeur ins Gästebuch der Stadt eintrug. (cli)