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Deradikalisierungsprogramm: Keine Bedrohung durch Abdul Ballout erkannt

Polizei am Tatort nach Todesfahrt beim CSD
Foto: via dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Der Verdächtige des Anschlags auf den CSD in Berlin, Abdul Ballout, sollte nach seiner Haftentlassung im Mai womöglich in ein Deradikalisierungsprogramm aufgenommen werden.

Das bestätigte Thomas Mücke, Mitgründer und Geschäftsführer des „Violence Prevention Networks“ (VPN) in Berlin, dem „Spiegel“.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war Abdul Ballout im Mai wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur „Vorbewährung“ verurteilt worden, einer Besonderheit des Jugendstrafrechts. Als Auflage musste er sich auf eine Betreuung durch das „Violence Prevention Network“ einlassen.

Laut Mücke befand sich Abdul Ballout noch in einer sogenannten „Clearing-Phase“. Es hätten zwei Gespräche stattgefunden, am 15. Juni und am 8. Juli. Dabei habe Abdul Ballout sich „freundlich, nichtssagend, angepasst“ verhalten. Seinen Mitarbeitern seien Zweifel gekommen, ob es Sinn mache, ihn in das Deradikalisierungsprogramm aufzunehmen, so Mücke. Es brauche „eine gewisse Problemeinsicht“, sagte Mücke dem „Spiegel“, „sonst kommt man nicht an diese Personen ran“.

Eine endgültige Entscheidung über eine Aufnahme in die Beratung sollte nach einem dritten Gespräch mit den VPN-Experten fallen, das für kommende Woche angesetzt war. Davor beging Abdul Ballout mutmaßlich den Anschlag am Berliner Tiergarten [1]. In den beiden Vorgesprächen habe es „nicht das geringste Anzeichen einer konkreten Bedrohungssituation“ gegeben, so Mücke. Sonst hätte die Organisation umgehend die Behörden informiert. (dts Nachrichtenagentur)

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