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Ceuta: Rund 49.000 Migranten stürmen spanische Exklave – Chaos und Notstand

Quelle: Pfalz-Express

Ceuta – In einem beispiellosen Massenansturm sind innerhalb von nur rund 24 Stunden etwa 49.000 Migranten von Marokko aus in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt.

Das teilte das spanische Innenministerium am Freitag (31. Juli) mit. Die Zahl entspricht mehr als der Hälfte der gesamten Einwohnerschaft der Stadt (ca. 83.000 Menschen) und übertrifft die bisher schwerste Krise von 2021 bei weitem, als rund 10.000 Personen die Grenze überquerten.

Die meisten Migranten – überwiegend junge marokkanische Männer, erreichten Ceuta schwimmend um einen Wellenbrecher (Damm von Tarajal) herum oder über Land. Viele nutzten Schwimmreifen oder andere Hilfsmittel. Bei den riskanten Überquerungen kamen mindestens 18 bis 19 Menschen ums Leben.

Bereits in den Tagen zuvor [1] hatten mehr als 1.500 Migranten die Enklave erreicht. Am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag eskalierte die Lage jedoch dramatisch. Augenzeugen und Polizeikreise sprachen von einem „kontinuierlichen Strom“ von Menschen. Viele Neuankömmlinge verbrachten die Nacht auf Straßen, in Parks und im Freien. Die Aufnahmezentren sind hoffnungslos überlastet.

Plünderungen und Angst unter Einheimischen

In sozialen Medien kursieren Videos von chaotischen Szenen, darunter auch Aufnahmen mutmaßlicher Plünderungen. In einem besonders emotionalen Clip ist eine einheimische Frau zu sehen, die weinend von einer Reporterin interviewt wird.

Um sie herum stehen mehrere Migranten. Die Frau wirkt stark verängstigt und verzweifelt. Solche Bilder verstärken die Verunsicherung unter der lokalen Bevölkerung, die von einem „humanitären und sozialen Notstand“ spricht.

Die Regionalregierung Ceutas hatte bereits vor dem Massenansturm Alarm geschlagen. Spaniens Regierung reagierte mit der Entsendung von Militäreinheiten, Spezialkräften der Polizei und zusätzlichen Beamten. Premierminister Pedro Sánchez und Innenminister Fernando Grande-Marlaska besuchten heute die Exklave, um sich ein Bild der Lage zu machen.

Hintergründe und politische Folgen

Beobachter vermuten, dass marokkanische Sicherheitskräfte zunächst nicht oder nur unzureichend eingegriffen haben – ähnlich wie bei der Krise 2021. Gerüchte über eine angeblich „geöffnete Grenze“ sollen den Ansturm zusätzlich befeuert haben.

Inzwischen soll Marokko wieder stärker durchgreifen, und erste Migranten kehren bereits freiwillig zurück. Der Vorfall stellt die spanische und europäische Migrationspolitik vor massive Herausforderungen. In europäischen Hauptstädten wird bereits über Konsequenzen diskutiert, darunter Forderungen nach einer vorübergehenden Aussetzung Spaniens im Schengen-Raum.

Die Lage in Ceuta bleibt angespannt. Weitere Ankünfte wurden auch aus der zweiten spanischen Exklave Melilla gemeldet, wenn auch in deutlich geringerem Umfang. 

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