
Verbandsvorsteher Landrat Dietmar Seefeldt
Foto: Pfalz-Express / Rolf H. Epple
RLP. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV Süd) hat wichtige Weichen für den weiteren Ausbau des Rheinland-Pfalz-Taktes auf Schiene und Straße gestellt.
Ein zentrales Projekt ist die „Pfalztram“, die als wegweisend für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in der Region gilt.
Pfalztram: Stadtbahnnetz rund um Ludwigshafen wird ausgebaut
Die geplante Erweiterung des Stadtbahnnetzes in Ludwigshafen wurde von Verbandsvorsteher Landrat Dietmar Seefeldt und Verbandsdirektor Michael Heilmann als „herausragendes Zukunftsprojekt“ hervorgehoben.
Konkret geht es um neue Strecken nach Pfingstweide, Waldsee und Dannstadt über Mutterstadt. Nach erfolgreichen Machbarkeitsstudien und Nutzen-Kosten-Analysen übernimmt der ZÖPNV Süd die Kosten für die Vorentwurfsplanung (ca. 3 Millionen Euro), womit der Startschuss für die Planung gegeben ist. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) bereitet derzeit die Ausschreibung der Planungsleistungen vor, die noch im Herbst beginnen soll. „Die Pfalztram wird den Nahverkehr in Ludwigshafen auf ein neues Niveau heben“, betonte Seefeldt.
Sie knüpft an die seit Juni 2025 bestehenden regionalen Buslinien nach Neuhofen/Waldsee und Mutterstadt/Dannstadt an, die vom Land Rheinland-Pfalz und dem ZÖPNV Süd finanziert werden.
Weitere Projekte: Neue Bahnstationen und Streckenausbau
Neben der Pfalztram wurden weitere Vorhaben besprochen, darunter die Reaktivierung von Bahnstrecken und der Bau neuer Bahnstationen, wie dem Verknüpfungsbahnhof „Mainz-Schott“.
Der Zweckverband treibt derzeit zehn Projekte voran, um Fördermittel aus dem Bundesprogramm GVFG zu beantragen. Zudem prüft der ZÖPNV Süd den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Mainz–Alzey–Kirchheimbolanden sowie die Beseitigung des eingleisigen Engpasses zwischen Wörth und Winden in der Südpfalz.
Beide Vorhaben werden durch Nutzen-Kosten-Untersuchungen unterstützt.Finanzierung und LandesnahverkehrsplanStaatssekretär Hauer vom Klimaschutz- und Mobilitätsministerium informierte über den aktuellen Stand des Landesnahverkehrsplans.
Die Kommunen betonen, dass die darin festgelegten Standards für Schienen- und Busangebote langfristig finanzierbar bleiben müssen. Das Land stellt 2025 und 2026 jeweils rund 190 Millionen Euro zusätzlich bereit – ein Kraftakt, der von den Kommunen geschätzt wird.
„Diese Mittel müssen auch in Zukunft gesichert sein, um den Nahverkehr dauerhaft zu stärken“, forderte Seefeldt und appellierte an die Landtagsfraktionen, den ÖPNV weiterhin finanziell zu unterstützen.
Kritik an Streckensperrungen der Deutschen Bahn
Ein weiteres Thema war die geplante Sanierung der Bahnstrecken durch DB InfraGO. Der ZÖPNV Süd kritisiert die monatelangen Vollsperrungen, etwa der Strecke Köln–Mainz (2028) und Saarbrücken–Ludwigshafen (2029).
Solche Sperrungen könnten Fahrgäste zum Auto drängen, da Umleitungsstrecken fehlen und ein adäquater Ersatzverkehr mit Bussen kaum umsetzbar ist. Besonders in der Westpfalz und Südpfalz droht eine Isolation vom Schienennetz.
„Wir brauchen eine Sanierung, die die Interessen der Fahrgäste berücksichtigt“, betonte Seefeldt. Der Zweckverband fordert die Bundesregierung auf, die Pläne der DB zu überprüfen. Anders als bei der Riedbahn, wo Umleitungen möglich waren, fehlen in der Pfalz vergleichbare Alternativen.
Die Verbandsversammlung beschloss einstimmig, mit der DB nach Lösungen zu suchen, die Sperrungen minimieren und die Mobilität der Fahrgäste sichern.
Zusammenarbeit für die Zukunft
„Nur gemeinsam können wir den Nahverkehr weiterentwickeln“, unterstrich Seefeldt. Die enge Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen über die Zweckverbände soll die Grundlage für einen modernen und attraktiven ÖPNV bilden.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen [6]