
Foto: Über Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms / Bernward Bertram
Worms – Rund 21.500 Besucher strömten am vergangenen Wochenende zum 22. Wormser Spectaculum ins Wäldchen – trotz eines wetterbedingten Veranstaltungsabbruchs am Samstag.
Wie die städtische Kultur- und Veranstaltungs-GmbH (KVG) mitteilte, musste das Gelände am Samstagabend aufgrund einer Unwetterwarnung vorsorglich geräumt werden. Die restlichen Programmpunkte am Freitag und Sonntag konnten wie geplant stattfinden.
Dank eines professionellen Wetterradars habe man die herannahende Gewitterfront frühzeitig erkannt, so die KVG. In Abstimmung mit Feuerwehr, Sanitätsdiensten, Polizei, Sicherheitsdienst und der ehrenamtlichen Markt- und Trossmeisterei sei die Entscheidung zur Evakuierung gefallen.
Rund 10.000 Personen – Besucher, Händler und Lagernde – verließen das Gelände innerhalb von 30 Minuten geordnet. Die Polizei unterstützte mit Straßensperrungen. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, konnten die Lagernden zurückkehren, das Gelände blieb für externe Besucher jedoch bis Sonntagmorgen geschlossen.
KVG-Geschäftsführer Markus Reis zeigte sich im Nachgang zufrieden mit dem Ablauf. Die Räumung sei ruhig verlaufen, auch wenn es natürlich Verbesserungsbedarf gebe. Man werde die Abläufe mit allen Beteiligten im Nachgang auswerten. Wichtig sei vor allem die Sicherheit gewesen – und diese habe zu jedem Zeitpunkt Vorrang gehabt.
Auch Marktvogt Uwe Hildenbeutel lobte die Reaktion der Beteiligten. Die Lagergruppen hätten besonnen gehandelt. Kinder seien etwa in einer benachbarten Turnhalle untergebracht worden, wo es trotz des Unwetters eine gute Stimmung gegeben habe.
Buntes Markttreiben und vielfältiges Programm
Abgesehen vom wetterbedingten Abbruch verlief das Spectaculum friedlich. Etwa 1.000 Aktive, darunter 60 Lagergruppen und 100 Händler, ließen eine mittelalterliche Welt entstehen – mit Workshops, Feldschlacht, Raufballturnier, Feuershows und Musikdarbietungen. Besonders beliebt waren Modenschauen, Kräuterführungen, Schwerttraining und das Nadelfilzen.
Auch musikalisch bot das Spectaculum einiges: Auf zwei Bühnen spielten unter anderem „Die Habenichtse“, „Spielleute Ranunculus“, „Duo Wormez“ und „Spilldeyvel“. Umherziehende Musikgruppen sorgten auf dem Gelände für klangvolle Begleitung. Für Kinder gab es Angebote wie das große Holzschiff der Kindsvögte sowie die Kinder-Highland-Games des Rugby Club Worms.
Ein Höhepunkt war erneut der „Fafnir-Cup“, ein Einladungsturnier der Eisenliga im Vollkontaktkampf. Das Team „Ferox Thüringen“ sicherte sich den Sieg. Sportdezernent Timo Horst hob die Attraktivität des Wettbewerbs hervor, der inzwischen fest zum Programm des Spectaculums gehöre.
Die Lagergruppen – teils aus dem Ausland angereist – lebten in historischer Gewandung zwischen 500 und 1500 n. Chr. und boten Einblicke in das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte. Auch auf dem Markt zeigten viele Händler mittelalterliches Handwerk, boten Kulinarisches und erklärten ihre Techniken.
Organisation größtenteils reibungslos
Im regulären Betrieb verlief das Spectaculum weitgehend störungsfrei. Das Projektteam um Katharina Kaiser und Marlon Pfrommer lobte die Zusammenarbeit mit Sicherheits- und Technikdiensten, Feuerwehr, Sanitätsdiensten und der Stadtverwaltung. Der Park- und Shuttleservice sowie der Fahrradparkplatz seien gut angenommen worden. Auch der ASB meldete keine nennenswerten Zwischenfälle.
Oberbürgermeister Adolf Kessel betonte die Bedeutung der Veranstaltung für die Stadt. Das Spectaculum sei eine Erfolgsgeschichte und gehöre zu den Herzensveranstaltungen vieler Wormserinnen und Wormser. Zugleich sei es ein Beispiel für das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt.
Ausblick auf 2026
Die nächste Ausgabe des Spectaculums ist bereits geplant: Vom 15. bis 17. Mai 2026 soll das Wormser Wäldchen erneut zur Bühne für das Mittelalter werden.
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