
Symbolbild Pfalz-Express
Wörth – Die SPD in Wörth ruft die Bürger zur Teilnahme an einer Online-Befragung zur künftigen Ausrichtung der Bäderlandschaft auf. Hintergrund ist der im Mai 2025 zurückgezogene Bauantrag für ein geplantes Ganzjahresbad am Badepark.
Mit dem Rückzug des Bauantrags stoppte die Ratsmehrheit das Projekt in der vorliegenden Form. Zugleich wurde beschlossen, die Planungen grundsätzlich zu überprüfen und ein neues Bäderkonzept zu erarbeiten.
In diesem Zusammenhang standen unter anderem Kostenentwicklung, Finanzierbarkeit und Prioritätensetzung im städtischen Haushalt zur Diskussion. In mehreren Workshops befassten sich Ausschussmitglieder mit möglichen Varianten. Eine abschließende Grundsatzentscheidung wurde bislang nicht getroffen.
Die SPD bewertet den bisherigen Verlauf kritisch. Sie bemängelt, dass frühere Beteiligungsprozesse erneut auf den Prüfstand gestellt worden seien, ohne die Öffentlichkeit einzubeziehen. Zudem seien an den Workshops weder Fachplaner noch Vertreter von Vereinen oder Schulen beteiligt gewesen. Beim entscheidenden Termin sei aus Sicht der SPD deutlich geworden, dass keine ergebnisoffene Prüfung mehr stattgefunden habe.
Fraktionsvorsitzender Mario Daum erklärte zum Start der Befragung: „Im Mai 2025 wurde der Bauantrag für das Ganzjahresbad am Standort Badepark zurückgezogen. Daraufhin hat die neue Verwaltungsführung entschieden, die Erkenntnisse und Zielsetzungen aus jahrelangen Beteiligungsprozessen – mit Vereinen, Schulen und Stadträten, die eine demokratische Legitimation erhielten – erneut zu prüfen. Das geschah jedoch ohne jegliche Beteiligung der Öffentlichkeit. Dabei hatte übrigens der heutige Erste Beigeordnete selbst im Jahr 2023 eine Bürgerbefragung gefordert. Diese Beteiligung holen wir jetzt nach. Mit unserer Befragung schaffen wir eine evidenzbasierte Grundlage, auf die sich Verwaltung und Gremien bei ihrer Entscheidung stützen können.“
Nach Angaben der SPD richtet sich die Umfrage nicht nur an Bürger aus Wörth, sondern auch an Einwohner aus dem Landkreis Germersheim und darüber hinaus, da die Einrichtungen von Nutzern aus dem gesamten Umland besucht würden.
SPD bekräftigt Präferenz für Ganzjahresbad
Inhaltlich spricht sich die SPD weiterhin für ein Ganzjahresbad aus. Ein solches Bad sei Teil der sozialen Infrastruktur und erfülle Funktionen in den Bereichen Begegnung, Gesundheitsförderung und Schwimmausbildung. Angesichts steigender Temperaturen im Sommer sei ein Freibad für Familien ein wichtiger Bestandteil sozialer Teilhabe.
Gleichzeitig weist die SPD darauf hin, dass eine umfassende Investition in das bestehende Hallenbad nach ihrer Einschätzung zur Folge hätte, dass der Badepark wegen der dann entstehenden Betriebskosten zweier Standorte perspektivisch nicht mehr gehalten werden könne.
Finanzierung und Kooperationen
Zur möglichen Finanzierung verweist die SPD auf Förderprogramme von Bund und Land, darunter den Rheinland-Pfalz-Plan. Ein Ganzjahresbad könne Kriterien in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz erfüllen.
Daum weiter: „Ein Ganzjahresbad würde als Vorhaben in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz gleich drei zentrale Kriterien erfüllen. Wir rufen alle Parteien auf Stadt- und Kreisebene auf, diese Chance gemeinsam zu nutzen und einen Teil der 120 Millionen Euro, die Bund und Land zur Verfügung stellen, für eine nachhaltige Bäderlandschaft im Südkreis einzusetzen. Weiterhin müssen Fördergelder akquiriert werden – ohne Unterstützung von Land und Bund wird es nicht gehen. Das Land hat uns in der Vergangenheit bereits positive Signale gesendet, beim Bund müssen wir uns gemeinsam einsetzen.“
Darüber hinaus hält die SPD einen Zweckverband mit dem Landkreis für eine mögliche Option. Ein modernes Ganzjahresbad könne der gesamten Kreisbevölkerung zugutekommen und einen Beitrag zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit junger Menschen leisten.
Online-Abstimmung bis 20. März
Die Umfrage ist bis 20. März 2026 online abrufbar unter:
https://www.soscisurvey.de/Woerth-Baeder/ [1]
Hintergrund ist eine für den 14. April 2026 geplante Beratung im Werkausschuss Bäderbetriebe. Die Ergebnisse sollen nach Angaben der SPD in die Beratungen einfließen.
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