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Wörth: Mit Kunst und Fantasie gegen Schmiererei – Andreas Hella gestaltet Betonwände neu

Foto: Andreas Hella

Wörth – Was früher graue Betonflächen und unkoordinierte Sprayereien waren, ist heute farbenfrohe Kunst mit Aussage. In Wörth hat ein Wandmalprojekt gezeigt, wie aus Schmiererei hochwertige künstlerische Gestaltung werden kann.

Initiiert wurde das Projekt vom freischaffenden Künstler Andreas Hella aus Wörth, der es in Abstimmung mit dem Ortsbeirat der Stadt auf den Weg brachte.

Hella hatte sich schon länger daran gestört, dass immer mehr Betonwände im Stadtgebiet durch wahllose Sprayaktionen verunstaltet wurden. Besonders die Wände an der Dammschule sowie mehrere Flächen in den Unterführungen am Eselsbuckel vermittelten nach seiner Einschätzung zunehmend einen ungepflegten, sozialen Brennpunktcharakter.

Nicht schön: Schmierereien an den Betonwänden.
Foto: Andreas Hella

Vom Ärger zur Idee

Um dem etwas entgegenzusetzen, holte sich Hella zwei erfahrene Graffiti-Künstler ins Boot. Gemeinsam mit „Sires“, bürgerlich Alex Weber, und „Virus“, alias Thomas Kempf, entwickelte er ein Konzept, mit dem die bestehenden, chaotischen Tags auf den großflächigen Betonwänden nicht einfach übermalt, sondern künstlerisch neu interpretiert werden sollten.

Foto: Andreas Hella

Parallel dazu bewarb sich Andreas Hella bei einem öffentlich ausgeschriebenen LEADER-Projekt, das unter anderem Initiativen zur Ortsverschönerung fördert. In seinem Antrag beschrieb er detailliert die geplanten Arbeitsschritte vom Reinigen und Grundieren der Flächen bis hin zu den Bildentwürfen und dokumentierte den damaligen Zustand der Wände.

Der Antrag hatte Erfolg: Aus der zuständigen LEADER-Zentrale im Offenbacher Rathaus kam die Förderzusage. Das auf ehrenamtlicher Arbeit basierende Projekt wurde mit einem Zuschuss zu den Materialkosten sowie Aufwandsentschädigungen für die Beteiligten unterstützt.

Fantasie mit Bildungsbezug

Das Ergebnis ist nun deutlich sichtbar. Rund 30 laufende Meter Betonwand an der Dammschule zeigen ein fantasievolles Motiv, das spielerisch Bildungsthemen aufgreift. Taschenrechner, Stifte und Schreibblöcke werden von Kraken jongliert, die als besonders intelligente Tiere gelten und so eine Brücke zum Lernort Schule schlagen.

Auch die Unterführung am Eselsbuckel hat ihr Gesicht komplett verändert. Front- und Rückseite eröffnen nun Einblicke in fantasievolle Landschaften, zeigen weibliche Schönheiten und greifen zugleich ortsbezogene Warnungen aus der Umgebung auf.

Dargestellt sind unter anderem der Rhoischnook, die Zebramücke und die Asiatische Hornisse. Letztere zwei stehen sinnbildlich für invasive Arten, die sich zunehmend auch in der Region ausbreiten und neue Herausforderungen mit sich bringen.

Foto: Andreas Hella

Kunst als Gemeinschaftsprojekt

Gearbeitet wurde an den Wandflächen mit unterschiedlichen Techniken. Andreas Hella setzte Kompressor und Spritzpistole ein, während Sires und Virus klassisch mit der Spraydose arbeiteten. Für den notwendigen Strom sorgte spontan der schlesische Wurstspezialist Buchalik, der an der Alten Bahnmeisterei unkompliziert aushalf.

Während der mehr als einwöchigen Arbeiten blieben auch Passanten nicht untätig. Immer wieder kamen Neugierige vorbei, zeigten sich begeistert und versorgten das Künstlerteam mit Getränken und kleinen Imbissen.

So lässt sich festhalten, dass dieser Kunstprozess im öffentlichen Raum auf große Zustimmung stieß, nicht nur bei den Unterstützern und Spendern. Und vielleicht wartet das Projekt bereits darauf, im kommenden Jahr eine Fortsetzung zu finden.

Foto: Andreas Hella

 

Foto: Andreas Hella

 

Foto: Andreas Hella

 

„Vorher“-Bild von Andreas Hella

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