
Oberbürgermeister Christian Greiner überreichte eine Gedenkplakette an Vertreterinnen und Vertreter der Bundeswehr sowie Zeitzeugen und das Gründerehepaar der militärischen Sammlung „Wiege der Bundeswehr“.
Foto: Stadtverwaltung Andernach / Elline Köckritz
Andernach – Mit einer feierlichen Veranstaltung in der Krahnenberg-Kaserne hat die Bundeswehr am Dienstag an einen historischen Moment erinnert: Vor genau 70 Jahren begann in Andernach die Geschichte der Bundeswehr.
Der Ort gilt bis heute als ihre „Wiege“. Oberbürgermeister Christian Greiner (FWG) unterstrich diese besondere Bedeutung und überreichte bei den Feierlichkeiten eine Gedenkplakette.
Der Blick zurück führt zum 20. Januar 1956. An diesem Tag begrüßte Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer in Andernach die ersten Freiwilligen der neu gegründeten deutschen Streitkräfte. Es war ein symbolträchtiger Akt für die junge Bundesrepublik und ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft. Der Aufbau der Bundeswehr markierte einen sicherheitspolitischen Neubeginn, der untrennbar mit Andernach verbunden ist.
In seiner Ansprache machte Oberbürgermeister Greiner deutlich, welche Tragweite dieses Ereignis bis heute hat. „Die Gründung der Bundeswehr in Andernach war ein entscheidender Schritt für die Sicherheit und Stabilität unseres Landes. Hier wurde ein neues Kapitel in der Geschichte Deutschlands aufgeschlagen“, sagte er.
Greiner sprach dabei nicht nur als Stadtoberhaupt, sondern auch aus persönlicher Erfahrung: Als ehemaliger Bundeswehrsoldat wisse er um die Bedeutung der Truppe für die Gesellschaft. „Die Bundeswehr ist mehr als nur eine militärische Institution. Sie ist ein Teil unserer Demokratie, Gemeinschaft und Gesellschaft, die sich in Krisenzeiten bewährt hat.“
Die Verbindung zwischen der Bundeswehr und Andernach reicht jedoch weit über die Kaserne hinaus. Seit Jahrzehnten prägen Soldatinnen und Soldaten das Stadtleben aktiv mit. Sie engagieren sich nicht nur im Dienst, sondern auch im zivilgesellschaftlichen Bereich. So haben sie unter anderem Traditionen im Andernacher Karneval mitbegründet und bei Hochwassereinsätzen tatkräftig Hilfe geleistet.
Radio Andernach
Auch der Name „Radio Andernach“ steht für diese enge Partnerschaft. Die Stadt war bis zum Umzug des Truppenbetreuungssenders nach Mayen im Jahr 2001 dessen Standort. Seitdem ist Andernach Namensgeber des Bundeswehrsenders und übernahm im Jahr 2003 zudem die Patenschaft. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens von Radio Andernach wurde diese historisch gewachsene Verbindung erneut bekräftigt. Stadt und Bundeswehr betonten dabei ihre enge Zusammenarbeit und ihr gemeinsames Engagement für die Region.
Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, wie tief die Bundeswehr in Andernach verwurzelt ist. Mit der überreichten Gedenkplakette setzt die Stadt ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung und des Respekts gegenüber der Truppe und ihrer Geschichte. Die Plakette soll dauerhaft öffentlich zugänglich sein und in den Rheinanlagen in der Nähe der Villa Michels aufgestellt werden.
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