Samstag 12.September 2026

Weiterentwicklung der Akutsparte: Marienhaus-Gruppe richtet Kliniken und weitere Einrichtungen gesellschaftsrechtlich neu aus

Marienhaus Klinikum Hetzelstift Neustadt an der Weinstraße wird der Region Mitte/Süd zugeordnet – keine Veränderungen für den Standort

24. August 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Regional

Der Krankenhaus-Komplex Hetzelstift in Neustadt gehört zur Region Mitte/Süd.
Foto: Marienhaus-Gruppe

Waldbreitbach/Neustadt. Die Marienhaus-Gruppe, zu der auch das Krankenhaus Hetzelstift in Neustadt gehört, überführt ihre Kliniken und weiteren Bereiche der Akutsparte bis Jahresende in operativ eigenständige Gesellschaften und ordnet sie jeweils einer von drei neu gebildeten Regionen zu.

Jede Klinikgesellschaft wird künftig von einem Regionalgeschäftsführer und einem Klinikgeschäftsführer geleitet. Die bisherigen kaufmännischen Direktoren der Standorte übernehmen die Rolle der Klinikgeschäftsführer.

Die Regionalgeschäftsführer verantworten zusätzlich die strategische Ausrichtung ihrer Region. Bisher waren nahezu alle Einrichtungen der Akutsparte gesellschaftsrechtlich in der Marienhaus Kliniken GmbH gebündelt.

Die aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen versteht Marienhaus als Anlass und Chance zugleich: Bewährtes erhalten und stärken, notwendige Weiterentwicklungen aber konsequent umsetzen. Der freigemeinnützige Träger hat bereits vieles realisiert, was politisch gefordert wird – von Standortanpassungen über den Ausbau von Kooperationen bis hin zu neuen Versorgungskonzepten.

Mit der Neuordnung der Organisationsstruktur in der Akutversorgung setzt Marienhaus nun den nächsten Schritt. „Mit dieser Neuausrichtung verfolgen wir das Ziel, auch künftig eine sichere und verlässliche wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten und gleichzeitig die notwendige regionale Flexibilität zu stärken. Individuelle Anforderungen können besser berücksichtigt und Entwicklungen gezielter vorangetrieben werden“, sagt Sebastian Spottke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marienhaus GmbH.

„Unser Anspruch bleibt unverändert: Gute Versorgung soll auch morgen noch möglich sein. Dafür braucht es eine moderne, flexible und zukunftsgerichtete Akutsparte, die gemeinsame Stärken nutzt, wo es sinnvoll ist, und vor Ort die Flexibilität ermöglicht, die benötigt wird.“

Als Regionalgeschäftsführer übernehmen Anke Klauck (Region Hochwald-Saar), Christian Link (Region Mitte/Süd) und Thorsten Kopp (Region RLP Nord/NRW) Verantwortung. Das Marienhaus Klinikum Hetzelstift Neustadt an der Weinstraße wird der Region Mitte/Süd zugeordnet. Für den Standort selbst und für die Patientinnen und Patienten ergeben sich daraus laut einer Pfalz-Express-Anfrage, keine Veränderungen.

„Krankenhäuser stehen vor der Aufgabe, die Krankenhausreform umzusetzen, Versorgungsstrukturen weiterzuentwickeln und in Spezialisierung zu investieren. Dafür brauchen sie neben verlässlichen Rahmenbedingungen vor allem unternehmerische Gestaltungsfreiheiten“, erklärt Spottke. „Genau diese Flexibilität schaffen wir mit der neuen gesellschaftlichen Organisationsstruktur in den Regionen, in denen wir tätig sind – und setzen den Weg zum Regionenversorger fort.“

Analog zum bereits abgeschlossenen Prozess in der Sparte Altenhilfe werden die Namen der Marienhaus Kliniken weitgehend in eine einheitliche Struktur aus Unternehmensnamen, Schutzpatron und Ortsangabe überführt.

Wo dies bisher nicht der Fall war, kommt es zu geringfügigen Anpassungen, um das gruppeneinheitliche Erscheinungsbild zu stärken. Strukturelle Veränderungen ergeben sich zudem für die geriatrischen Rehabilitationskliniken: Diese werden künftig unter dem Dach der neu gegründeten Marienhaus Reha GmbH gebündelt (Standorte Burgbrohl, Hermeskeil und Mainz).

Geschäftsführer der neuen Gesellschaft werden Christian Link und Claudia Häfner. Mit der Weiterentwicklung der Akutsparte stärkt Marienhaus die Verantwortung dort, wo Versorgung stattfindet – in den Regionen. Mehr unternehmerische Gestaltungsfreiheit ermöglicht es den Einrichtungen, flexibler auf die Bedürfnisse vor Ort zu reagieren und regionale Versorgungsstrukturen aktiv weiterzuentwickeln.

Als christliches Gesundheitsunternehmen verbindet die Gruppe die Leistungsfähigkeit eines Verbunds mit der Nähe und Verantwortung der einzelnen Häuser – mit dem Anspruch, Gesundheitsversorgung zukunftsfähig zu gestalten.

Das Marienhaus Klinikum Hetzelstift

Das Marienhaus Klinikum Hetzelstift in Neustadt an der Weinstraße (Stiftstraße 10) ist die einzige Klinik der Stadt und ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung sowie Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Mainz.

Es verfügt über rund 360 Betten und versorgt jährlich mehrere zehntausend Patientinnen und Patienten stationär und ambulant; die zentrale Notaufnahme allein betreut mehr als 24.000 Notfälle pro Jahr. Das Haus geht auf eine Zustiftung des Bankiers Friedrich Hetzel (1804–1886) aus dem Jahr 1879 zurück. Der Bau begann 1886, die Einweihung erfolgte 1889. Seit 1981 wird die Einrichtung von den Franziskanerinnen von Waldbreitbach (Marienhaus) betrieben; seit 2017 führt sie offiziell den Namen des Klinikverbunds.

Auf dem Gelände ist das denkmalgeschützte ehemalige Siechenhaus aus der Gründerzeit erhalten. Seit 2019 gibt es Pläne für einen Neubau mit Gesundheitscampus (unter Erhalt des sanierten Altbaus von 1889).

Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem:Innere Medizin (Kardiologie mit Chest-Pain-Unit und Stroke Unit, Gastroenterologie/Onkologie, Geriatrie),
Allgemein- und Viszeralchirurgie (u. a. zertifiziertes Darmkrebszentrum, Adipositaszentrum, robotische Chirurgie mit daVinci-System),
Orthopädie/Unfallchirurgie und Sporttraumatologie (BG-Zulassung),
Gefäßchirurgie,
Urologie und Kinderurologie (Robotikzentrum),
Gynäkologie und Geburtshilfe (inkl. Brustzentrum und Kontinenzzentrum Rheinpfalz),
Anästhesiologie/Intensivmedizin, Palliativmedizin sowie eine interdisziplinäre zentrale Notaufnahme.

Weitere Einrichtungen am Standort sind unter anderem eine Bereitschaftspraxis, MVZ-Angebote, ein Bildungszentrum und Teile der Marienhaus-Verwaltung. Das Klinikum versteht sich als wohnortnaher Versorger mit interdisziplinären Zentren und modernen Verfahren (u. a. robotische Chirurgie).

Die Marienhaus-Gruppe

Die Marienhaus-Gruppe zählt zu den großen christlichen Trägern sozialer Einrichtungen in Deutschland. Rund 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland täglich für das Wohl der Menschen. Die Gruppe betreibt 10 Kliniken an 14 Standorten, 6 medizinische Versorgungszentren an 16 Praxisstandorten, 18 Einrichtungen für Menschen im Alter, 3 Kinder- und Jugendhilfe-Standorte, 14 stationäre und ambulante Hospize (teilweise mit Partnern), 5 Bildungszentren an 9 Standorten sowie weitere Einrichtungen.

Jährlich werden mehr als 500.000 Menschen stationär und ambulant behandelt; in den Langzeiteinrichtungen werden etwa 2.000 Menschen betreut. Die Marienhaus GmbH steuert die Gruppe. Die Geschäftsführung bilden Sebastian Spottke (Vorsitzender), Alexander Schuhler und Christoph Wagner.

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