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Weinreisen in Österreich: Wo Rebstöcke und Natur eine besondere Verbindung eingehen

Foto: Pfalz-Express

Österreich ist als Weinland international deutlich unterschätzt. Dabei produzieren die österreichischen Winzer seit Jahrzehnten Weine, die bei internationalen Wettbewerben regelmäßig Preise gewinnen und von Kennern in einem Atemzug mit Burgund oder dem Piemont genannt werden.

Wer eine Weinreise plant, die sich vom touristischen Mainstream abhebt, sollte Österreich ernsthaft in Betracht ziehen – nicht nur wegen der Weine, sondern auch wegen der beeindruckenden Landschaften, in denen sie entstehen.

Das Weinviertel: Sanfte Hügel, trockene Grüner Veltliner

Das Weinviertel nördlich von Wien ist die größte Weinbauregion Österreichs und gleichzeitig eine der am wenigsten überlaufenen. Wer hier mit dem Rad durch die Rieden fährt, begegnet endlosen Hügeln voller Rebzeilen, kleinen Kellergassen, in denen jahrhundertealte Presshäuser aneinandergereiht stehen, und Winzern, die noch Zeit haben, ihre Weine zu erklären.

Der Grüne Veltliner aus dem Weinviertel ist ein Charakterwein: mineralisch, trocken, mit dieser typischen pfeffrigen Note, die ihn unverwechselbar macht. Am besten trinkt man ihn vor Ort – in einer Buschenschank, mit einem Brettljause und dem Blick auf die Felder, aus denen er kommt.

Wachau, Kamptal, Kremstal: Riesling an der Donau

Die Wachau ist vielleicht das bekannteste Weingebiet Österreichs – und das aus gutem Grund. Zwischen Krems und Melk schmiegen sich die Weinberge direkt an die Donau, die Steillagen sind spektakulär, und der Riesling, der hier wächst, gehört zu den besten der Welt. Die drei Qualitätsstufen Steinfeder, Federspiel und Smaragd sind ein eigenes Klassifizierungssystem, das den Wein direkt mit dem Terroir verknüpft.

Eine Weinwanderung durch die Wachau entlang des Welterbesteigs ist ein Erlebnis, das Weinliebhaber und Naturfreunde gleichermaßen begeistert. Das benachbarte Kamptal und Kremstal bieten ähnliche Qualität mit etwas weniger Touristenandrang.

Steiermark: Sauvignon Blanc auf vulkanischem Boden

Die Südsteiermark ist Österreichs vielleicht aufregendste Weinregion – und international die bekannteste nach der Wachau. Die steil abfallenden Weinterrassen rund um Gamlitz und Ehrenhausen erinnern optisch fast ans Burgund. Hier gedeiht Sauvignon Blanc in einer Qualität, die selbst Fans des Loire-Tals überrascht: fruchtig, komplex, mit einer Frische, die von den kühlen Nächten auf den Vulkanhöhen kommt.

Wer die Region mit dem Auto erkundet, sollte unbedingt die kleinen Weinstraßen nehmen und sich Zeit lassen – ein Weingut, das gerade offen hat, ist immer eine Einladung wert. In dieser Region lässt sich übrigens auch eine interessante Kombination erleben: Weinreise und Wellness-Auszeit, etwa in einem Ayurveda Hotel in Österreich [1], das wohltuende Auszeiten inmitten der Weinlandschaft anbietet.

Burgenland: Rotwein und der Neusiedlersee

Das Burgenland ist Österreichs bedeutendste Rotweinregion. Das pannonische Klima – heiße, trockene Sommer, warme Herbste – begünstigt vollreife Blaufränkisch- und Zweigelt-Trauben, die zu tiefen, tanninreichen Rotweinen vinifiziert werden. Rund um den Neusiedlersee entstehen aber auch weltklasse Süßweine aus edelfaulen Trauben: Die Trockenbeerenauslesen aus Rust und Illmitz zählen zu den renommiertesten Dessertweinen Europas.

Eine Radtour rund um den See mit Stopps bei Winzern ist ein perfektes Herbstprogramm – ruhig, malerisch und mit einem sehr guten Verhältnis von Aufwand zu Genuss.

Weinreise praktisch planen: Tipps für den Einstieg

Wer zum ersten Mal eine Weinreise in Österreich plant, ist gut beraten, sich auf eine Region zu konzentrieren statt zu versuchen, alles auf einmal zu sehen. Zwei bis drei Tage in der Wachau oder der Südsteiermark reichen aus, um ein echtes Gespür für die Region zu bekommen – mehr bringt oft weniger. Viele Weingüter bieten geführte Verkostungen an, die vorab online buchbar sind und einen strukturierten Einstieg ins Sortiment ermöglichen.

Wer lieber auf eigene Faust unterwegs ist, findet in den regionalen Weinstraßen gut ausgeschilderte Routen, die auch ohne Vorkenntnisse Spaß machen. Unterkunft direkt im Weinort zu wählen ist kein Luxus, sondern sinnvoll – man kann abends zu Fuß zum Heurigenbesuch [2] und muss sich keine Gedanken ums Fahren machen.

 

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