
Barbara Schleicher-Rothmund (li.) diskutiert mit Ministerin Bätzing-Lichtenthäler und Gästen im Germersheimer Bürgersaal.
Fotos: pfalz-express.de / Licht
Germersheim – 88 Mal am Tag nutzen die Deutschen durchschnittlich ihr Smartphone. Drei Prozent der Bevölkerung sind akut suchtgefährdet, die Dunkelziffer nicht eingerechnet.
Diese Zahlen präsentierte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, ehemalige Drogenbeauftragten der Bundesregierung, bei einer Info-und Diskussionsveranstaltung von Barbara Schleicher-Rohmund, SPD-Landtagsabgeordnete für den Kreis Germersheim.
Der Altersdurchschnitt im Publikum erstaunlich: Rund die Hälfte der Zuhörer waren Jugendliche.
Die nicht stoffgebundenen Süchte seien lange als Krankheit nicht wirklich ernst genommen worden, berichtete Bätzing-Lichtenthäler in einem Vortrag. Mittlerweile wisse man es besser.
Besonders bei Kindern und Jugendlichen sei die Suchtgefahr hoch, gehöre doch Handy und auch Internetsurfen und Spielen am Rechner zum täglichen Alltag.
Die Zeit könne man natürlich nicht zurückdrehen, sagte die Gesundheitsministerin. Die Nutzung der Geräte biete auch viele Vorteile.
Auch mache eine „durchzockte Nacht am Computer“ noch kein suchtkrankes Kind. Dennoch sei es wichtig, einen maßvollen Umgang zu praktizieren, um nicht völlig aus der wirklichen Realität in eine virtuelle abzurutschen. Schon allein durch den Erhalt einer Whatsapp-Nachricht würde das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet – und das Belohnungsszentrum im Gehirn verlangt nach mehr.
Dabei schreibt Bätzing-Lichtenthäler den Eltern eine Vorbildrolle zu. Kinder übernähmen meist das Verhalten der Eltern, deshalb sei es angezeigt, dass diese einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten vorlebten.
„Verbote bringen nicht viel“, ist die Ministerin überzeugt. „Eher auf Regeln und auf Co-Abhängigkeit achten.“
Eine Co-Abhängigkeit beginne beispielsweise schon damit, dass Eltern es duldeten, wenn ihre Kinder am Esstisch immer wieder auf das Handy schauten.
Viele Eltern seien allerdings selbst ständig mit dem Smartphone beschäftigt. So sei oft zu beobachten, dass Eltern auf dem Spielplatz häufiger mit dem Handy agierten als nach ihren Kindern zu schauen.
Ein Verheimlichen der Handynutzung sei bereits ein Zeichen der Sucht, ebenso wie Nervosität oder gar Angst, wenn das Gerät nicht greifbar oder kein W-Lan vorhanden sei.
„Ist es zu einer Suchterkrankung gekommen, müssen das Umfeld und der jeweilige Betroffene die Situation und die Sucht als Krankheit anerkennen, sich damit auseinandersetzen. Für Familie und Freunde ist es besonders wichtig, statt Vorwürfen Einfühlungsvermögen zu zeigen und durchaus Sorge zu äußern“, so Bätzing-Lichtenthäler.
Die Sucht sei zudem gekennzeichnet von unüberwindlichem Verlangen, Kontrollverlust mit Schuldgefühlen, negativem Einfluss auf das eigene Sozialleben und psychische Auffälligkeiten der Konsumenten. Im schlimmsten Fall seien Erkrankungen des Körpers und der Psyche die Folge, soziale Isolation, Leben in einer „anderen Welt“ bis hin zur Verwahrlosung.
Es gebe in Rheinland-Pfalz zahlreiche Suchtberatungsstellen und auch im Internet zur ersten Selbsthilfe Unterstützung, merkte Bätzing-Lichtenthäler an.
Prävention sei wichtig, denn ein investierter Euro spare drei Euro bei der Behandlung. Bei der Anti-Tabak-Kampagne beispielsweise sei die Anzahl der Neuraucher deutlich zurückgegangen.
Dennoch sieht Bätzing-Lichtenthäler die Zukunft nicht in immer neuen, wechselnden Kampagnen, sondern in der Stärkung der „Lebenskompetenz“ von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Besonders damit müsse sich Politik und Gesellschaft befassen.
Schleicher-Rothmund wies darauf hin, dass auch bei Senioren die Internet- oder Handy-Abhängigkeit steige. Die Gründe seien ähnlich, Einsamkeit komme oft noch verstärkend hinzu. Präventiv mitwirken könne die Schaffung von Aufmerksamkeit zu diesem Thema.
Der Diskussionsabend sei ein solcher Beitrag gewesen. (cli/red)

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Schön, dass der Pfalz-Express einen Artikel zu dieser gut besuchten Veranstaltung geschrieben hat, jedoch bekommt man als Leser den Eindruck, es mangele dieser Zeitung an Mitarbeitern, die ihre deutsche Muttersprache doch beherrschen sollten.
Es ist sehr schade, dass nicht nur die Rheinpfalz, sondern auch der Pfalz-Express nicht viel Wert auf Grammatik, Rechtschreibung und somit fehlerfreie Artikel Wert zu legen scheinen.
Sehr geehrte Frau König,
Sie haben recht – es waren einige Fehler in diesem Artikel. Dafür müssen wir uns entschuldigen, insbesondere ich als Autorin.
Ich möchte Sie aber darauf hinweisen, dass wir mit unserer noch kleinen Mannschaft alles tun und uns „die Hacken ablaufen“, um eine möglichst umfangreiche Berichterstattung zu liefern, die zudem noch kostenlos ist.
Arbeitstage von 14 Stunden sind bei uns die Regel, momentan – in Wahlzeiten – kommen wir locker drüber.
Das nur zu Ihrem Verständnis, weshalb auch bei uns nicht immer alles rund läuft und Fehler vorkommen. Ich nehme an, auch Ihnen sind schon mal welche passiert :-). Keiner ist perfekt.
Im Übrigen sind ebenso auch die Kollegen der Rheinpfalz auf große Sorgfalt bedacht. Da in der Medienbranche jedoch Zeitdruck Programm ist, kommen solche Vertipper eben mal vor.
Davon geht wohl die Welt nicht unter, auch wenn es natürlich ärgerlich ist.
Beste Grüße,
Claudia Licht