
Vonovia (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Berlin – Vonovia-Chef Luka Mucic hat sich mit deutlichen Worten gegen die im Berliner Wahlkampf geforderte Enteignung bzw. Vergesellschaftung von großen Immobilienkonzernen gewandt.
Die Partei Die Linke macht die Vergesellschaftung profitorientierter Wohnungskonzerne wie Vonovia zu einem zentralen Wahlkampfthema und beruft sich dabei auf den Volksentscheid von 2021, bei dem eine Mehrheit für die Überführung großer Bestände in Gemeineigentum gestimmt hatte.
Die Linke fordert ausdrücklich die Umsetzung und hält an dem Vorhaben fest.„Vergesellschaftung schafft keine einzige neue Wohnung, sie senkt keine Baukosten und würde stattdessen Milliarden binden, die für Neubau und Klimaschutz fehlen“, sagte Mucic dem „Manager Magazin“.
In Deutschland fehlten rund 1,4 Millionen Wohnungen. Um diesen Wohnraummangel zu überwinden, seien erhebliche private Investitionen erforderlich. „Dafür braucht es Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und ein stabiles Investitionsumfeld“, so Mucic.
Dem Vonovia-Chef zufolge bietet der Konzern Wohnraum zu einer durchschnittlichen Miete von 8,26 Euro pro Quadratmeter an. „Mit durchschnittlich 10,80 Euro sind auch unsere Neuvertragsmieten weit entfernt von den 20 Euro, die im politischen Diskurs propagiert werden.
Diese Zahl ist nachweislich falsch, und sie schürt die Angst der Berlinerinnen und Berliner. “Künftige Investitionen würden „maßgeblich davon abhängen, ob Eigentum weiterhin verlässlich geschützt wird“, sagte Mucic weiter.
Der Konzern besitzt in Berlin dem Vernehmen nach rund 138.000 Wohnungen mit einem Verkehrswert von über 23 Milliarden Euro.Vor diesem Hintergrund hatte sich der Vonovia-Vorstand bereits Ende Mai 2026 mit einem Brief an den damaligen Parteivorsitzenden der Linken, Jan van Aken, gewandt, zu einem Gespräch eingeladen und darin Vorwürfe gegen das Unternehmen als pauschal, verkürzt und teilweise unzutreffend zurückgewiesen. Ein Treffen zwischen Mucic und dem aktuellen Linken-Bundesvorsitzenden Luigi Pantisano ist für den 13. Oktober geplant. (dts Nachrichtenagentur/desa)
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