
Infotafel Quelle: Christine Erasmy
Kirrweiler. Am 18. Juni 2026 wurde im Edelhof in Kirrweiler die virtuelle Rekonstruktion des historischen Wasserschlosses (Marienburg) feierlich vorgestellt.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und war außergewöhnlich gut besucht. Ortsbürgermeister Rolf Metzger eröffnete die Veranstaltung, moderiert wurde sie von der zweiten Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins, Eva Muffang.
Als Ehrengast nahm Staatssekretärin Vanessa Fischer (Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur) teil. In ihrem Grußwort lobte sie das Projekt als herausragendes Beispiel dafür, wie kulturelles Erbe mit moderner Technologie bewahrt und neu erlebbar gemacht wird. Geschichte werde hier nicht nur konserviert, sondern aktiv mit digitalen Mitteln wieder lebendig.

Staatssekretärin Vanessa Fischer spricht
Quelle: Sabine Roth
Ebenfalls sprach Sven Koch, Vizepräsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), über die Arbeit des dort angesiedelten KuLaDig-Kompetenzzentrums Rheinland-Pfalz. Christine Dawson-Erasmy stellte anschließend die Entstehungsgeschichte des Projekts vor. Es baut direkt auf der erfolgreichen Teilnahme Kirrweilers am Landesprojekt „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz“ (KuLaDig RLP) auf.

Quelle: Helen Reinhard, ARGO
Bereits 2021 wurde Kirrweiler als Modellkommune ausgewählt. Daraus entstanden unter anderem der Themenweg „Auf den Spuren der Fürstbischöfe in Kirrweiler“ sowie zahlreiche digitale Objektbeiträge. Die virtuelle Schloss-Rekonstruktion knüpft nahtlos an diese Vorarbeit an.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation durch Sascha Schmitz (Archäologe, Historiker und Geschäftsführer der ARGO Edutainment Solutions GmbH). Auf Basis umfangreicher historischer Quellen, alter Pläne und neuer Forschungsergebnisse wurde die Marienburg detailgetreu rekonstruiert.

Quelle: Helen Reinhard, ARGO
Ein besonderer Erfolg: Im Landesarchiv Speyer konnte das Team einen bislang unbekannten Grundriss des Schlosses entdecken. Ergänzend wurden vergleichbare Anlagen wie die Burg Gemen in Nordrhein-Westfalen hinzugezogen, um ein möglichst authentisches Bild zu schaffen.
Mit der ARGO-App können Besucher das Wasserschloss ab sofort virtuell an seinem originalen Standort erleben. Über zwei neue Informationstafeln – eine am Kropsbach und eine in der Schlossstraße – startet die Augmented-Reality-Ansicht direkt vor Ort auf dem Smartphone.
Besonders beeindruckend ist die Möglichkeit, zwischen zwei historischen Bauphasen zu wechseln: von der mittelalterlichen Wasserburg bis zur spätbarocken Schlossanlage des 18. Jahrhunderts mit Schaffnerei und Kellerei auf der Wirtschaftsinsel.
Im Rahmen der Feier enthüllten Ortsbürgermeister Rolf Metzger und die erste Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Gaby Bauer, feierlich die neuen Informationstafeln. Der Heimat- und Kulturverein dankte allen Fördergebern, Projektpartnern und ehrenamtlichen Helfern ausdrücklich.
Das Projekt ist ein zentraler Beitrag zum Jubiläumsjahr „825 Jahre Kirrweiler“ und zeigt eindrucksvoll, wie ehrenamtliches Engagement, wissenschaftliche Genauigkeit und digitale Innovation zusammen das kulturelle Erbe in die Zukunft tragen. Hier der Flyer [1].

Quelle: Helen Reinhard, ARGO
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