- Pfalz-Express - https://www.pfalz-express.de -

Vier Jahrzehnte Yuma – jetzt wird’s „Crazy“- Ein Debütalbum aus Edenkoben, das lange auf sich warten ließ 

Stefan Paulus, Schlagzeug, Thomas Römer, Bassist (Vorstand Interkunst e. V., Tonstudio Klangscheune), Christina Nawrocki, Keyboard und Keytar sowie Harald Nawrocki, Gitarre, Sänger und Songwriter (von links nach rechts)
Quelle: privat

Edenkoben. Seit 1982 sorgen Yuma aus Edenkoben dafür, dass Hardrock in der Pfalz mehr ist als ein Nischendasein. Gegründet von Harry Nawrocki an Gitarre und Gesang und Stefan Paulus am Schlagzeug, hat sich die Combo über mehr als vier Jahrzehnte bewährt, ohne je ihre Authentizität zu verlieren.

Eigenständig, melodisch und kraftvoll zugleich, zeigen Yuma, dass sie Trends eher aufnehmen, statt sich verbiegen zu lassen. Als die ebenfalls aus Edenkoben stammenden Trance in den frühen Achtzigern große Erfolge feierten, formierten sich in der Stadt mehrere Gruppen, die es ihnen gleich tun wollten – darunter Yuma, die sich im Laufe der Jahre am weitesten entwickelt haben und bis heute aktiv sind.

Musik bedeutete für Yuma dabei schon immer mehr als nur das Spielen von Liedern: Sie verbindet die Mitglieder, Fans und andere Musiker und schafft eine enge, fast familiäre Verbindung, die die Formation bis heute lebt.

Das aktuelle Line-Up besteht aus Harry Nawrocki, Stefan Paulus, Thomas Römer am Bass und Christina Nawrocki an den Tasteninstrumenten. Früher standen bei Yuma noch zwei Gitarren im Zentrum, heute verleiht Christina mit ihrem Instrument dem Sound eine neue, melodische Dimension, ohne dass das ursprüngliche harte Rock-Prinzip der Kapelle verloren geht. Über die Jahre hat die Band einige Besetzungswechsel durchlaufen, ist ihrem Stil dabei aber immer treu geblieben.

Auch an dem guten Verhältnis zu ehemaligen Mitmusikern hat sich nichts verändert. Persönliche Bindungen spielen und spielten für Yuma eine große Rolle: Deshalb widmen sie ihre CD „Crazy“ auch dem früheren Roadie Stefan „Bomber“ Keller, der leider viel zu früh verstorben ist. „Crazy“ ist die erste Langspielplatte der Gruppe, ein Debüt, das lange auf sich warten ließ – gut Ding will eben Weile haben.

Nach ihren eigenen Angaben wünschten sich viele Fans etwas Handfestes in den Händen, etwas zum Anfassen, weshalb Yuma die Lieder zunächst auf CD veröffentlichte. Erst Anfang des kommenden Jahres wird die Platte zudem digital erscheinen, passend zum 40-jährigen Jubiläum der ersten Yuma-Veröffentlichung: der Single „Hey You“ von 1986, die inzwischen zu einem begehrten Sammlerstück geworden ist.

Auf dem Album finden sich zwölf Lieder aus der gesamten Bandgeschichte, von denen nur das Titelstück „Crazy“ aus neuerer Zeit stammt. „Crazy“ ist nicht nur Namensgeber des Yuma-Erstlings, sondern auch Programm: Die Gruppe greift aktuelle Themen auf, zeigt, wie chaotisch und unberechenbar die Welt geworden ist, und spiegelt dabei die persönlichen Erfahrungen der Musiker wider.

Texte wie „Ich bin verrückt, du bist verrückt, alle sind verrückt in dieser Welt“ verdeutlichen Yumas Sicht auf eine Gesellschaft, in der Hektik, Druck und Widersprüche immer präsenter werden. Gleichzeitig sind die Lieder ein Plädoyer dafür, sich nicht unterkriegen zu lassen, authentisch zu bleiben und persönliche Freiräume zu bewahren – alles zentrale Themen, die Yuma seit Jahrzehnten in ihrer Musik transportieren.

Der Longplayer zeigt, dass Yuma nach wie vor so mitreißend und kraftvoll sind wie eh und je. Der Opener „No More Lonely Nights“ sticht dabei besonders hervor: Schon nach dem ersten Durchgang bleibt der eingängige Refrain im Ohr, Nawrockis Gesang vermittelt Sehnsucht und Energie zugleich, während Paulus und Römer den treibenden Rhythmus liefern und Christina mit feinen Keyboard-Fills zusätzliche Akzente setzt.

In „Reach the Top“ entfaltet die Kapelle ihre gefühlvolle Seite: treibende Drums und kraftvolle Gitarren begleiten den leidenschaftlichen Gesang, der von Stress und Durchhaltevermögen erzählt. „Destroyed Illusions“ ist eine nachdenkliche, atmosphärische Nummer, in der Melancholie und Rhythmus harmonisch verschmelzen. Mit „Feel It“ beweisen Yuma erneut ihre Fähigkeit, pure Energie und Spielfreude zu transportieren – ein Song, der Lust aufs Mitfiebern macht.

Ergänzt werden diese Highlights unter anderem durch Perlen wie „Break the Law“, „Pirates“ und „Black Night“, die rhythmisch, melodisch und gesanglich den unverwechselbaren Yuma-Sound abrunden. Fazit: Von eingängigen Refrains bis zu mitreißenden Gitarrenriffs – „Crazy“ zeigt Yuma in Höchstform. Bleibt zu hoffen, dass Fans auf die Nachfolgescheibe nicht weitere 40 Jahre warten müssen. Erhältlich ist die CD ab sofort unter yuma-rock.com [1] oder per Mailorder: crazy@yuma-rock.de
(Hans Kraus)

Die neue CD (Cover)…
Quelle: red

…guter Rock mit zentralen Themen, die die Gruppe seit Jahren musikalisch beschäftigen.
Quelle: red