
Symbolfoto: Todd Cravens/ Unsplash
Bei einer toten Breitflügelfledermaus aus dem Rhein-Pfalz-Kreis ist das Fledermaustollwutvirus nachgewiesen worden.
Es ist der erste bestätigte Fall bei einer Fledermaus in Rheinland-Pfalz seit 2010. Für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Kreisverwaltung dennoch nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.
Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hatte das Fledermaustollwutvirus ELBV1 bei dem Tier festgestellt. Das Ergebnis wurde anschließend durch das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) bestätigt.
Dass das Virus bei Fledermäusen vorkommt, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Fledermaustollwut tritt seit vielen Jahren in europäischen Fledermauspopulationen auf und wird auch in anderen Teilen Deutschlands nachgewiesen. Sie unterscheidet sich von der klassischen Tollwut bei landlebenden Säugetieren, die in Deutschland seit 2008 als getilgt gilt.
Ansteckung nur bei direktem Kontakt
Für Menschen ist die Gefahr im Alltag äußerst gering. Fledermäuse sind scheu und überwiegend nachts aktiv, weshalb direkter Kontakt selten vorkommt. Eine Übertragung ist etwa durch einen Biss oder Kratzer möglich. Auch wenn Speichel eines infizierten Tieres mit Schleimhäuten oder frischen Wunden in Kontakt kommt, besteht ein Risiko.
Wer Fledermäuse nicht anfasst und Abstand hält, hat laut Kreisverwaltung praktisch kein Ansteckungsrisiko.
Was tun bei einer verletzten oder toten Fledermaus?
Geschwächte, verletzte, scheinbar tote oder auffällige Fledermäuse sollten niemals mit bloßen Händen angefasst werden. Wer ein Tier sichern muss, sollte Arbeits- oder Gartenhandschuhe tragen.
Nach einem Biss, einer Kratzverletzung oder einem anderen direkten Kontakt mit einer Fledermaus sollte die betroffene Stelle sofort gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei direktem Fledermauskontakt ist eine vorsorgliche Tollwutimpfung, die sogenannte Postexpositionsprophylaxe, erforderlich. Auch das zuständige Veterinär- und Gesundheitsamt sollte informiert werden.
Tierhalter sollten zudem darauf achten, Hunde und Katzen gegen Tollwut impfen zu lassen. Dass die Krankheit auch auf anderem Weg nach Deutschland gelangen kann, zeigte zuletzt ein Fall im Frühjahr 2026: Damals wurde im Rhein-Pfalz-Kreis bei einem aus der Russischen Föderation stammenden Hund Tollwut festgestellt.
Bei Fragen zu Fledermäusen können sich Bürger an die Veterinärämter, Naturschutzbehörden oder die Koordinationsstelle Fledermausschutz des NABU Rheinland-Pfalz wenden.
Weitere Informationen
Friedrich-Loeffler-Institut:
https://www.fli.de/de/institute/institut-fuer-molekulare-virologie-und-zellbiologie-imvz/referenzlabore/woah-who-fao-und-nrl-fuer-tollwut/ [1]
NABU Rheinland-Pfalz – Fledermäuse:
https://rlp.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/index.html [2]
Robert Koch-Institut – Tollwut:
https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/T/Tollwut/Tollwut-node.html [3]
Bundesministerium – Informationen zur Tollwut:
https://www.bmleh.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/tollwut.html [4]
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