
Flughafen Leipzig/Halle
Foto: dts Nachrichtenagentur
Ein Loch im Sicherheitszaun, eine gesperrte Startbahn und eine groß angelegte Suche mit Polizeihubschrauber und Drohnen: Ein zunächst rätselhafter Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle könnte sich als Unfall eines Autofahrers ohne Führerschein herausstellen. Zwei syrische Staatsangehörige im Alter von 20 und 32 Jahren haben sich inzwischen bei der Polizei gemeldet.
Am Samstagabend, 17. Oktober 2026, war gegen 23 Uhr ein beschädigter Sicherheitszaun im nördlichen Bereich des Flughafens entdeckt worden. Zunächst war völlig unklar, was passiert war und ob möglicherweise Unbefugte auf das Flughafengelände gelangt waren.
Polizei suchte mit Hubschrauber und Drohnen
Bundes- und Landespolizei durchsuchten daraufhin das Gelände. Auch ein Polizeihubschrauber und Drohnen waren im Einsatz. Die Nordpiste wurde vorsorglich gesperrt, während Starts und Landungen weiterhin über die Südpiste möglich waren.
Bei den Durchsuchungen entdeckten die Einsatzkräfte weder verdächtige Personen noch gefährliche Gegenstände. Am Sonntag gegen 14 Uhr wurde die Nordpiste wieder freigegeben.
Die Polizei vermutete aufgrund der Spuren, dass ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen hatte. Von dem Wagen fehlte zunächst jede Spur.
20-Jähriger meldet sich über seinen Anwalt
Am Montag meldeten sich schließlich zwei Männer bei den Ermittlern. Der 20-Jährige gab über seinen Rechtsanwalt an, er habe im Bereich des Flughafens die Kontrolle über das Auto verloren und sei gegen den Zaun gefahren. Anschließend habe er die Unfallstelle verlassen. Das beschädigte Fahrzeug sei später privat abgeschleppt worden.
Der 32-Jährige erklärte, dass ihm das Auto gehöre. Weitere Angaben machte er nicht.
Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der mutmaßliche Fahrer überhaupt keine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Die Polizei fand das Fahrzeug schließlich auf dem Gelände eines Autohandels. Es wurde auf richterliche Anordnung beschlagnahmt und durchsucht.
Gegen den 20-Jährigen wird nun wegen des Verdachts der Unfallflucht und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Der 32-Jährige steht im Verdacht, die Fahrt ohne Führerschein zugelassen zu haben.
Erinnerungen an vereitelten Drohnenangriff
Besonders brisant war der Vorfall wegen eines früheren Sicherheitsalarms am selben Flughafen. Im August war dort eine mit Sprengstoff präparierte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den mutmaßlichen Anschlagsversuch verantwortlich. Moskau bestritt die Vorwürfe.
Auf dem Flughafen stehen außerdem mehrere russische Antonow-Frachtmaschinen, die wegen der EU-Sanktionen seit 2022 nicht mehr starten dürfen. Der beschädigte Zaun befindet sich ebenfalls im nördlichen Flughafenbereich, allerdings nicht unmittelbar bei diesen Flugzeugen.
Ob der jüngste Vorfall tatsächlich nur ein Verkehrsunfall war, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig und die Verkehrspolizei ermitteln weiter zum genauen Ablauf und zu einer möglichen Motivlage. (red / dts Nachrichtenagentur)
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