SÜW – Jahrelange Gewalt, massive Kontrolle und eine Frau, die schließlich mit lebensbedrohlicher Unterkühlung und zahlreichen Hämatomen ins Krankenhaus kam: Vor dem Amtsgericht Landau hat am Montag, 28. September 2026, der Prozess gegen einen 66-Jährigen aus dem Kreis Südliche Weinstraße begonnen.
Die Vorwürfe gegen den Mann wiegen schwer. Seit 2019 soll er seine Schwester, mit der er unter einem Dach lebte, immer wieder körperlich misshandelt und ihr Leben weitgehend kontrolliert haben. Die Anklage spricht von nahezu täglichen Übergriffen und wiederkehrender stumpfer Gewalt gegen Schulter und Rücken.
Schläge auf das Ohr
Auch auf das Ohr seiner Schwester soll der 66-Jährige wiederholt eingeschlagen haben. Die Verletzungen sollen schließlich zu einem sogenannten Blumenkohlohr geführt haben, einer dauerhaften Verformung der Ohrmuschel.
Doch bei körperlicher Gewalt soll es nicht geblieben sein. Der Mann soll seiner Schwester mit weiterer Gewalt gedroht und sie dadurch daran gehindert haben, das Haus zu verlassen. Er soll ihr sogar verboten haben, von einem Zimmer ins andere zu gehen. Außerdem soll der Angeklagte verhindert haben, dass sie in ihrem eigenen Bett schlief. Wo sie stattdessen schlafen musste, wurde noch nicht genannt.
Frau kam schwer gezeichnet ins Krankenhaus
Im Januar 2024 wurde die Frau schließlich in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort soll eine lebensbedrohliche Unterkühlung festgestellt worden sein. Zudem soll sie zahlreiche Hämatome am gesamten Körper gehabt haben.
Der 66-Jährige muss sich wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Schöffengericht verantworten. Der Prozess wird am Dienstag, 3. November 2026, um 9 Uhr fortgesetzt.
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