
Symbolbild (KI): Pfalz-Express
Gewalt gegen Frauen und Kinder darf kein Tabuthema sein. Deshalb starten die Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße gemeinsam mit der Stadt Landau im November eine Veranstaltungsreihe.
Vom 10. bis 25. November 2026 wollen die Gleichstellungsbeauftragten der Südpfalz auf Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder aufmerksam machen und zeigen, welche Hilfsangebote es in der Region gibt.
Dabei geht es nicht nur um die Erfahrungen Betroffener, sondern auch um Prävention und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten.
„Gewalt gegen Frauen und Kinder darf nicht verschwiegen werden“, erklären die Landräte Martin Brandl und Dietmar Seefeldt sowie Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler gemeinsam.
Kandel: Lesung über Gewalt gegen Frauen am 10. November
Den Auftakt macht am Dienstag, 10. November 2026, eine Lesung in der Stadthalle Kandel.
Autorin Rukiye Cankiran liest aus ihrem Buch „Genau hier werde ich dich aufhängen! Geschichten über Frauen und Gewalt“. Darin stehen die Erfahrungen von Frauen im Mittelpunkt, die Gewalt erlebt haben.
Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an gsb@suedliche-weinstrasse.de [1] wird gebeten.
Germersheim: Aufklärung über K.O.-Tropfen
Am Freitagvormittag, 13. November 2026, richtet sich eine Präventionsaktion an Studierende der Universität Germersheim.
Die Gleichstellungsbeauftragten Isa Stähle, Laura Hess und Lisa-Marie Trog informieren gemeinsam mit dem AStA und pro familia über die Gefahren von K.O.-Tropfen.
Neben Informationsmaterial werden auch Getränkeschutzdeckel verteilt. Die Studierenden erfahren, wie sie Warnsignale erkennen, sich und andere schützen und im Notfall reagieren können.
Unterstützt wird die Aktion von der Stiftung der Sparkasse Südpfalz.
Landau: Aktionstag mit Kristina Lunz am 25. November
Am Mittwoch, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, findet die zentrale Veranstaltung im Alten Kaufhaus in Landau statt.
Bestsellerautorin und Menschenrechtsaktivistin Kristina Lunz spricht über gesellschaftliche Ursachen von Gewalt gegen Frauen und mögliche Gegenstrategien.
Anschließend diskutieren Fachfrauen aus regionalen Beratungs- und Schutzeinrichtungen darüber, welche Wege aus Gewaltsituationen führen können und wo Betroffene Unterstützung finden.
Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Erstmals unterstützen zudem sechs Service-Clubs aus der Region die gemeinsame Initiative. Darunter sind Zonta-, Lions- und Soroptimist-Clubs sowie der Agora Club Tangent 46 Südliche Weinstraße.
Klingenmünster: Gedenken an Opfer der NS-Psychiatrie
Eine weitere Veranstaltung im Rahmen der „Orange Days“ findet am Mittwoch, 2. Dezember 2026, im Pfalzklinikum in Klingenmünster statt.
Unter dem Titel „Erinnern ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Blick in die Zukunft“ geht es um das Schicksal von Frauen und Mädchen in der NS-Psychiatrie. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Geschichte einer jungen Frau, für deren Zwangssterilisation 1934 ein Antrag gestellt wurde.
Der offizielle Teil beginnt um 17.30 Uhr im Alleehaus, Gebäude 43, Weinstraße 100. Die Ausstellung „NS-Psychiatrie in der Pfalz“ ist an diesem Tag von 14.30 bis 16 Uhr sowie von 17 bis 19 Uhr geöffnet.
Hier finden Betroffene Hilfe
Wer Gewalt erlebt oder sich um eine Person im eigenen Umfeld sorgt, kann sich vertraulich beraten lassen.
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016
- Frauenhaus Südpfalz: 06341 89626, Notfalltelefon 0170 8341889
- Interventionszentrum für häusliche Gewalt Südpfalz: 06341 381922
- Gleichstellungsstelle Landkreis Germersheim: 07274 531109
- Gleichstellungsstelle Landkreis Südliche Weinstraße: 06341 940120
- Gleichstellungsstelle Stadt Landau: 06341 131080
- Polizei bei akuter Gefahr: 110
Die Veranstalter betonen, dass sich die Angebote ausdrücklich an alle Bürgerinnen und Bürger richten. Denn auch Angehörige, Freunde und Nachbarn können dazu beitragen, dass Betroffene Hilfe erhalten.