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Stromnetze stoßen an Grenzen – Experten warnen beim Wirtschaftsforum in Bad Dürkheim

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld bei seinem Vortrag. Foto: Kreisverwaltung Bad Dürkheim

Hohe Energiekosten, überlastete Stromnetze und marode Verkehrswege: Beim Wirtschaftsforum in Bad Dürkheim haben Experten über die Herausforderungen für Unternehmen in der Region diskutiert. 

Rund 70 Gäste kamen am Dienstag, 13. Oktober, im Weingut Fitz-Ritter in Bad Dürkheim zusammen. Das Wirtschaftsforum des Landkreises und der Sparkasse Rhein-Haardt fand gemeinsam mit der IHK-Tischrunde Mittelhaardt statt.

Strombedarf steigt – Netze reichen nicht aus

Dr. Klaus Zimmer von der Pfalzwerke Netz AG machte deutlich, vor welchen Herausforderungen die Stromnetzbetreiber stehen. Immer mehr Unternehmen und Energieerzeuger benötigen leistungsfähige Anschlüsse. Die vorhandenen Netze stoßen dabei zunehmend an Grenzen.

Wie stark die Nachfrage gestiegen ist, zeigen die Anfragen für Windenergieanlagen: Zwischen 2002 und 2022 wurden Anschlüsse für insgesamt rund 7.100 Megawatt angefragt. Allein von 2023 bis 2026 kamen weitere 5.200 Megawatt hinzu.

Besonders eindrucksvoll war ein Beispiel aus dem Bereich Rechenzentren: Ein angefragtes Rechenzentrum benötigte eine Leistung von 200 Megawatt. Das entspricht nach Zimmers Vergleich dem rechnerischen Versorgungsbedarf einer Stadt mit 200.000 Einwohnern.

Auch die Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge erhöht den Bedarf erheblich. Laut Zimmer sind die bestehenden Netze für solche Anforderungen derzeit nicht ausreichend ausgelegt. Der notwendige Ausbau werde Zeit benötigen.

V.l. Martin Holaus (IHK Pfalz), Thomas Distler (Sparkasse Rhein-Haardt), Klaus Zimmer, Markus Kempf (beide Pfalzwerke Netz AG), Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, Steffen Blaga (IHK Pfalz) und Staatssekretär Markus Wolf. Foto: Kreisverwaltung Bad Dürkheim

Unternehmen sorgen sich um Wettbewerbsfähigkeit

Steffen Blaga von der IHK Pfalz stellte Ergebnisse des Energiewende-Barometers vor. Demnach bewerten Unternehmen in der Pfalz die Energiewende noch kritischer als im Bundesdurchschnitt. Hohe Energiekosten belasten aus Sicht der befragten Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit. Als Folgen wurden zurückgestellte Investitionen und Produktionsverlagerungen ins Ausland genannt.

Auch die Verkehrsinfrastruktur bereitet Sorgen. IHK-Vertreterin Nicole Rabold verwies auf unerwartete Sperrungen wichtiger Straßen und Brücken, etwa der B9 bei Speyer und der Verkehrsverbindungen zwischen Ludwigshafen und Mannheim. Solche Ausfälle könnten Unternehmen hohe Kosten verursachen und erschwerten die Planung.

Landkreis wirtschaftlich solide – aber wenig Dynamik

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld stellte auch die wirtschaftliche Situation des Landkreises Bad Dürkheim vor.

Rund 48.300 Menschen arbeiten im Landkreis. Davon sind 75,9 Prozent im Dienstleistungsbereich beschäftigt, 18,3 Prozent im produzierenden Gewerbe und 5,8 Prozent in der Landwirtschaft.

Die jährliche Bruttowertschöpfung liegt bei knapp drei Milliarden Euro. Trotz einer soliden wirtschaftlichen Basis landet der Landkreis im bundesweiten Prognos-Vergleich im hinteren Drittel. Vor allem bei Dynamik, Wettbewerb und Arbeitsmarkt besteht laut Ihlenfeld Nachholbedarf. Der Landrat forderte bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, insbesondere bei Infrastruktur, Digitalisierung und Bürokratieabbau.

Staatssekretär Markus Wolf versicherte, dass zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen tatsächlich für zusätzliche Investitionen verwendet werden sollen, um den Sanierungsstau abzubauen.

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