
Haus der Deutschen Wirtschaft (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
München/Berlin – Der Chef der Stiftung Familienunternehmen, Rainer Kirchdörfer, und DIHK-Präsident Peter Adrian warnen eindringlich vor dem Wegfall der Verschonungsregeln für Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer.
Kirchdörfer nannte dies gegenüber der „Rheinischen Post“ eine „Katastrophe für den Standort Deutschland“. Die Regeln seien für Familienunternehmen existenziell, damit sie über Generationen bestehen könnten. Höhere Steuern würden Investitionsmittel und Arbeitsplätze kosten.
Das Ausland beneide Deutschland um seine Vielfalt an Familienunternehmen; weitere Verschlechterungen dürfe man nicht zulassen.Adrian betonte, hinter jedem Familienunternehmen stünden Beschäftigte, Auszubildende und ganze Regionen.
Die Verschonung sei keine Subvention, sondern an Bedingungen wie Betriebsfortführung und Arbeitsplatzerhalt geknüpft. Betriebsvermögen stecke in Maschinen, Hallen und Innovationen und stehe nicht als Geld zur Verfügung.
Ohne Verschonung könnten bis zu 50 Prozent des Werts als Steuer fällig werden – viele Erben müssten dann Teile oder den ganzen Betrieb verkaufen. 2024 führten die IHKs fast 10.000 Beratungen zur Unternehmensnachfolge (Rekord), mehr als jeder vierte Betrieb erwäge die Aufgabe.
Eine härtere Besteuerung sei das falsche Signal; auch eine Stundung ersetze die Verschonung nicht, da sie dem Unternehmen über Jahre Investitionsmittel entziehe.Am Montag und Dienstag verhandelt das Bundesverfassungsgericht mündlich über Verfassungsklagen gegen die Erbschaftsteuer-Regeln. (dts Nachrichtenagentur/red)

Rainer Kirchdörfer (Archiv)
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